Eine weitere Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment 2

Datum 5. Apr. 2014
Views: 4170 | Kommentare: 2


Die Reise ins Schlaflabor beginnt um 12.30 Uhr. Mit ein wenig Verspätung trifft mein Zug ein. Um mir die 4,5 Stunden zu vertreiben höre ich zuerst Musik, dann lese ich das Buch Klartraum: Sind Sie schon mal geflogen? von F.P. Ich habe es sehr schnell durch, es hat nur 46 Seiten. Ein Review dazu wird noch folgen.

Weiter gehts mit einer geführten Meditation die ich vor langer Zeit auf meinem MP3-Player gespeichert hatte. Hier wähle ich als Mantra das Wort Klartraum.

So ohne Vollbart fühle ich mich irgendwie nackt. Dieser musste weichen, da unter anderem am Kinn Elektroden angebracht werden. “Kein Bart” ist auch ein Thema, welches in meinen Träumen vorkommen könnte.
Schlafen will ich im Zug nicht, da ich ja heute früh ins Bett muss.

In Mannheim angekommen treffe ich mich mit Honigpandabärchen aus dem KT-Forum in einem Kaffee. Wir reden übers Klarträumen.

Viel zu früh komme ich im ZI an. Ich lese noch ein wenig, diesmal nicht klartraumrelevant. Um kurz nach 20 Uhr bekomme ich von Melanie Schädlich, der Doktorandin die ihre Doktorarbeit zum Thema “Motor Learning” schreibt, eine SMS, sie ist schon vor Ort. Ich gehe ein Stockwerk tiefer ins Schlaflabor.
In meinem letzten Beitrag berichtete ich, dass das L von Schlaflabor weggekratzt wurde. Dies wurde nun ersetzt.

blog_sl2_schaflabor2.png

Ich treffe auf Melanie und wir unterhalten uns übers Klarträumen, da es noch zu früh zum Schlafen ist. Wir reden unter anderem über WILD und das mir WILD einfach nicht liegt.
Schnell noch in den KT-Forum Chat schauen und schon gehts los.

Ich muss Fragebögen ausfüllen und danach mit meiner nicht dominanten Hand (links) Darts werfen.
Die Dartscheibe hängt im leeren Flur vor dem Schlaflabor. Ich stelle mich an die Markierung auf dem Boden und werfe meine Pfeile. Ich bemerke einen Linksdrall, es ist einfach ungewohnt mit Links etwas zu tun.

blog_sl2_dart.jpgblog_sl2_dart2.jpg

Dies muss ich dann im Klartraum und am nächsten Morgen wiederholen.
Es soll so ermittelt werden, ob man sich im Klartraum durch Übung verbessern kann.
Nun werde ich verkabelt, die 8 Elektroden werden meinem Kopf angebracht.

blog_sl2_elektroden2_.jpg
blog_sl2_kabel2.jpg
Dieses kleine Kästchen liegt neben meinem Kissen, die Kabel führen zu den Elektroden an meinem Kopf.

Zuerst werden meine Augenbewegungen im Wachzustand getestet. Durch LinksRechtsLinksRechts-Blicke soll ich im Klartraum meine Klarheit signalisieren. Mache ich die Augenbewegungen im Klartraum, führe ich sie synchron im Wachleben aus. Dies wird von den beiden Elektroden neben meinen Augen registriert und aufgezeichnet.

Um 22:26 Uhr gehen die Lichter aus. Gefühlt kann ich 1 Stunde nicht schlafen. Wie sich herausstellt, bin ich innerhalb von 11 Minuten eingeschlafen.

Ich durchlaufe 3 REM-Phasen: 00:33 Uhr - 7 Minuten
02:42 Uhr - 11 Minuten
03:59 Uhr - 7 Minuten

Nach der dritten Phase weckt mich Melanie über die Sprechanlage. Ich glaube im ersten Moment nicht geschlafen zu haben. Dann erinnere ich mich an einen Traum: Ich muss Sprungfedern in einer Rastafarimütze anbringen, welche dann meinen Gleichgewichtssinn verbessert.
Die Mütze steht wohl für die Elektroden am Kopf.

Die Lichter gehen an und ich notiere meinen Traum.
Melanie beredet eine Anomalie meines Schlafes: Bei mir treten Alphawellen auf (typisch für Schlafphase 1) UND K-Komplexe und Spindeln (typisch für Stadium 2), beides zusammen sollte nicht auftreten.
34 Minuten bin ich wach und wir reden über Träume. Dann gehts ins Bett und MILDe. Jetzt brauche ich 26 Minuten um einzuschlafen, diesmal kommt es mir viel kürzer vor.

Um 06:38 und 10 Sekunden ist es so weit! Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. 15 Sekunden später die Bestätigung! Das zweite LRLRLR-Signal! Was war in meinem Traum passiert?

Ich träume vom Schlaflabor. Melanie sitzt neben meinem Bett auf einer Bank. Sie will mir einen Trick verraten, wie ich WILD ganz einfach erlernen kann und mit dem es immer klappt. Während ich den RealityCheck mache, weiß ich schon des es ein Traum ist. Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. Ich gehe aus dem Raum durch den im Traum viel kleineren Nebenraum raus auf den Flur. Die Dartscheibe ist da und auch die Markierung am Boden. Die Entfernung ist geschätzt der im WL gleich.

blog_schlaflabor_klartraum_EEG_LRLRLR_augenbewegungen.jpgIch werfe die ersten 5 Pfeile, es sind Luftpfeile die ich spüre aber nicht sehe. Dennoch weiß ich aber irgendwie, dass ich gut bin. Nach 5 Pfeilen gebe ich ein LR-Signal. Mir fällt auf, dass ich mit rechts geworfen habe, der falsche Hand…
Ich will nun die Pfeile auch sehen und greife sie mit der linken Hand aus der Luft. Sie sind dunkel und sehen wie die Pfeile aus mit denen ich am Abend geübt habe.

Nun werfe ich mit links und gebe nach je 5 Pfeilen ein LR-Signal. Plötzlich ist die Scheibe voll und ich gehe hin und wische die Pfeile weg. Einmal hole ich sie mir sogar von der Scheibe wieder, was ja eigentlich völlig unnötig ist.
Die Dartscheibe sieht für ein paar Augenblicke komisch aus: Die Mitte ist nun links oben und sieht wie ein Strudel aus. Blitze aus Plastik sind darauf. Ich ziele aber auf die wirkliche Mitte der Dartscheibe. Nun sieht die Scheibe wieder normal aus. Im Klartraum habe ich das Gefühl, besser zu werfen als am Abend im Wachleben. Ich fühle den gleichen Linksdrall.
Nach ca. 30 Pfeilen (ich zähle nicht mit, was ich aber sollte) fühlt sich mein Arm müde an. Aus der Scheibe wird nun ein Fernseher. Ich werfe noch 5 Pfeile auf den Fernseher und freue mich, dass es geklappt hat. Ich trübe ein und Träume von einer Soap und etwas von einem Motor (danke Panda!). Nun wache ich auf.

Ich berichte Melanie über die Sprechanlage von dem Klartraum. Vom ersten LRLRLR-Signal bis zum Aufwachen sind 5 Minuten vergangen.

Melanie bestätigt mir die Augensignale und auch die gegebenen Zwischensignale nach jeweils 5 Pfeilen. Ich bin total happy das es geklappt hat. Ich schlafe nun weiter bis halb 9, soll aber nicht mehr Dart spielen. Ich träume trübe von einer Jacke für 140 Euro.

Am Morgen werde ich abgestöpselt und wasche mir die Elektrodenpaste aus den Haaren (die klebt ganz schön, ist aber wasserlöslich)
Nun spiele ich erneut Dart. Es fühlt sich genauso an wie im Klartraum und am Abend zuvor.

Leider habe ich mich nicht verbessert, die Werte sind aber annähernd identisch. Dies macht aber nichts, da man erst nach vielen Probanden im Durchschnitt sagen kann, ob eine Verbesserung durch Üben im Klartraum möglich ist.
Ich habe aber das Gefühl am Morgen hektischer zu spielen als am Abend und als im Traum. Ich muss noch einen Fragebogen ausfüllen und dann sind wir fertig.

Alles in Allem war der Besuch im Schlaflabor ein voller Erfolg!

PS. So sehe ich aus, wenn ich schlafe:
blog_sl2_schlafen_im_schlaflabor2.png

REM-Dreamer im Test - Unterschied zu Remee [Nova-Dreamer, Klartraum Schlafmaske]

Datum17. Feb. 2013
Views: 18892 | Kommentare: 9


rem-dreamer schlafmaske

Review

Der REM-Dreamer (ein Nachbau des Nova-Dreamers) ist eine Schlafmaske, mit deren Hilfe man gezielt Klarträume auslösen kann.
In der Schlafmaske befindet sich eine PLatine mit einem ein Sensor, der die für den REM-Schlaf typischen Augenbewegungen erkennt. Daraufhin gibt die Brille rote Lichtsignale ab.

Diese Signale treten evtl. im Traumgeschehen des Träumenden auf und zeigen ihm so, dass er gerade träumt. Die Brille soll also DILD-Klarträume auslösen.

Der REM-Dreamer kostet 147€ und enthält im Lieferumfang folgendes:

  • REM-Dreamer Platine mit Sensor, LEDs inkl. 2 Batterien.
  • Schlafmaske
  • Anleitung (in schlechtem Englisch) :)
  • Garantie Zettel

 

REM_Dreamer_Platine.jpg
Rechts über der Baterrie (2 Stück) befinden sich 2 Knöpfe, der obere schaltet das Gerät ein (Menu/On) und wechselt zwischen den Menüpunkten. Der Knopf darunter (Value) ändert den Wert zum aktuell gewählten Menüpunkt.

Der Knopf in der Mitte (mit RT = Reality Test betitelt, auf dem Foto nicht erkenntbar) lässt die roten LED kurz aufleuchten, ein Piepton ertönt und der Delay Timer wird um 10 min erhöht. Diese Zeit, die Rückwärts abläuft, gibt an ab wann der REM-Dreamer auf Augenbewegungen prüft.

So kann man zum einen testen, ob der REM-Dreamer funktioniert (bei meinen Tests habe ich oft nur geträumt, ich würde den Knopf drücken) und gelichzeitig die Zeitspanne, in welcher der REM-Dreamer auf Augenbewegungen prüft, um 10 Minuten pro Knopfdruck verlängern.

Wacht man in der Nacht auf, drückt man einfach mehrfach den RT Knopf. Wenn man 30 min zum einschlafen benötigt, drückt man den Knopf 3 mal (3 x 10 min)

REM_Dreamer_3_5_Klinke_Anschluss.jpg
Es können Kopfhörer / Lautsprecher über einen 3,5 Klinke Anschluss angeschlossen werden.


REM_Dreamer_Schlafmaske_innen.jpg
Die Schlafmaske ohne Platine, welche von oben eingeschoben wird.

REM_Dreamer_Schlafmaske_mit_Platine.jpg
Hier sieht man den REM Dreamer in seiner Maske. Links und rechts befinden sich die LED Leuchten, rechts darunter liegt der Bewegungssensor, der die Augenbewegungen erkennt.

Die Maske sitzt relativ komfortabel, leider lassen sich beim Band nur zwei „Größeneinstellung“ vornehmen. Die Bänder verbinden sich mit Klettverschluss, hier ist die Fläche aber einfach zu kurz.

Tipp:

Schlafmaske umbauen. Es gibt sehr angenehme Schlafmasken, die auch verhältnismäßig dick sind und sich daher besonders eigenen, die Platine zu verstauen. Auch ist hier oft, je nach Schlafmaske, die Einstellung der Bänder variabler.

Das Menü / Bedienung
1 mal kurz auf Menu / On drücken und der REM Dreamer schaltet sich ein.

Menüpunkte:
Drückt man Menu / On erneut, kommt man zum nächsten Menüpunkt, beim pressen des Value Knopfes wird der aktuelle Wert verändert.

1.Delay:
Beim Start wird eine verzögerung von 10 Minuten eingestellt, nach 10 Minuten beginnt der REM Dreamer auf Augensignale zu prüfen
Value: Rechnet 10 Minuten dazu.
Drückt man Value länger, wird der Timer auf 10 Minuten zurückgesetzt.

2.Preset For:
Voreinstellungen
Value: Light Sleep / Medium Sleep / Deep Sleep
Lichtintensität, Soundlautstärke etc. werden jeh nach gewähltem Profil eingestellt.

3. Flash Brightness:
Value: 0 - 9
Helligkeit der LEDs.

4. Sound Volume:
Value: 0 -9
Soundlautstärke des Pieptons.

5. Cue Lenght:
Value: 0,5 / 0,10 / 0,15 / 0,20 / 0,25 / 0,30 / 0,35 / 0,40 / 0,45 Sekunden
Aufblinkdauer, wie lange die LEDs aufleuchten / Sounddauer des Pieptons.

6. Cue Frequency:
Value: 2-9 mal pro Sekunde
Wie oft in der Sekunde die LEDs aufleuchten / der Piepton ertönt.

7. Length:
Value: 2 / 4 / 6 / 8 / 10 / 15 / 20 / 25 / 30 / 40 Sekunden
Dauer, wie lange die LEDs die “Cues” abgeben, wenn REM Schlaf entdeckt wurde. / Dauer der Piepton Cues.

8. Dream Alarm:
Value: On / Off
Weckt einen zu Beginn einer REM-Phase, man kann evtl. Träume aufschreiben, an die man sich erinnert oder direkt WILDen.

9. TWC (Two Way Communication = Zwei-Wege Kommunikation):
Value: ON / OFF
Ist TWC aktiv, kann man bei zu hellen Lichtsignalen die Augen nach oben und nach unten bewegen was die Intensität der Lichtsignale automatisch verringert. Man muss die Schlafmaske also nicht extra abnehmen und die Einstellungen ändern.

10. REM Detectors:

Value: Testet die REM Detektoren. Man hört es knacken, wenn sich etwas vor dem Sensor bewegt. Zum “ausschalten” zum nächsten Menüpunkt wechseln. Der Detektor ist dann natürlich nicht komplett ausgeschaltet, sobald die Delay Time abgelaufen ist, erkennt dieser die Augenbewegungen wie gewohnt.

11. Generatet Series:
Value: Keine Einstellungsmöglichkeiten
Zeigt an wie oft er in der Nacht Cues abgegeben wurden, also wie oft Augenbewegungen erkannt wurden.

12. REM Detector Sensitivity:
Value: 0-9
Je höher der Wert, desto feinere Augenbewegungen werden erkannt.

13. Turn Off The REM Dreamer:
Value: Schaltet den REM-Dreamer komplett aus.

 

Gehen wir nun ein fiktives Beispiel bei der Benutzung des REM-Dreamers durch:

Cue Lenght: 0,5 Sekunden
Cue Frequency: 2 (pro Sekunde)
Length: 25 Sekunden

Der REM Dreamer erkennt, dass du Träumst:

Jetzt gibt er 25 Sekunden lang, zweimal in der Sekunde ein Lichtsignal ab, welches für 0,5 Sekunden aufleuchtet.

 

Funktioniert der REM-Dreamer?
Dies ist wohl der große Knackpunkt des REM-Dreamers, denn dies variiert von Person zu Person. Ich konnte durch den REM-Dreamer bei 6 Versuchen keine Klarheit erlangen. Die Lichtsignale wurden bei mir immer in den Traum eingebaut:

Ich bin in einem Keller bei einem Boxkampf, jemand leuchtet mir mit einer Lampe ins Gesicht.

In einem anderen Traum:

Jemand zündet eine Kugel aus gepresstem Schwarzlichtpulver, welches mich stark blendet.

Evtl. erkennt man die Signale bei einer längeren Anwendung, garantiert ist aber nichts.

 

Remee als Alternative?

Der Remee ist eine ähnliche Schlafmaske, die es für knappe 70€ ohne Versandkosten und Zoll aus den USA zu kaufen gibt. Leider fehlen hier die Sensoren zur Erkennung des REM-Schlafes. Hier kann man nur eine Zeit einstellen, ab wann die Lichtsignale eintreten sollen z. B. 5 Stunden nach Starten des Timers.

Ich sehe den Remee also nicht als Alternative zum REM-Dreamer.

Die Schlafphasen / Schlafzyklen

Datum14. Feb. 2013
Views: 8406 | Kommentare: 0


Es gibt 4 bzw. 5 (Phase 3 und 4 wird oft zusammengefasst) Schlafphasen, die jeder Mensch jede Nacht mehrmals durchläuft:

1. Einschlafphase
2. Leichter Schlaf
3. / 4. Übergang in den Tiefschlaf / Tiefschlaf selbst
5. REM-Phase

schlafphasen.png

Diese 4 bzw. 5 Phasen stellen einen Schlfzyklus dar. Dieser dauert ca. 90 Minuten. Nach 90 Minuten beginnt der Zyklus von vorne, wobei bei voranschreiten der Nacht mit jedem Zyklus die REM-Phase zunimmt. Zu Beginn nur wenige Minuten lang, kann diese gegen Ende der Nacht bis zu 90 Minuten andauern.

Wie bei einer Kette wiederholt sich der oben dargestellte Zyklus, die Abbildung zeigt also ein Glied der Kette.

1. NREM Stadium 1 oder Einschlafphase
Thetawellen ca. 7 Herz, langsam rollende Augenbewegungen. Der Muskeltonus nimmt ab. Die Atmung wird ruhig und regelmäßig. Geräusche können noch wahr genommen werden.

2. NREM Stadium 2 oder leichter Schlaf
Niedrigamplitude, langsame Aktivität des EEGs. Bei Weckungen geben viele Versuchspersonen an, nicht geschlafen zu haben. Hier tritt oft das allgemein bekannte „Zucken“ oder „Gefühl des Fallens“ auf.

3. / 4. NREM Stadium 3-4 oder Tiefschlaf
Delta-Wellen mit hohen Amplituden und besonders geringen Frequenzen bis zu 2 Herz.
NREM3 & 4 unterscheiden sich nur in ihrem Anteil an Delta-Wellen. Skelet- und Augenmuskulatur ist sehr entspannt. Zellteilung findet statt und es werden Wachstumshormone ausgeschüttet.

5. Die REM-Phase / der REM-Schlaf
Traum- und Klartraumphase (Klarträume treten sehr selten auch in den NREM-Phasen auf) Entsteht in einem kleinen Teil des Stammhirns.
Gekennzeichnet ist der Schlaf von schnellen Augenbewegungen (rapid eye movement = REM)
Die Muskulatur ist komplett gelähmt, auch wenn Versuchspersonen vereinzelt bestimmte Muskeln anspannen können, dies sind aber seltene Ausnahmen. Nur die Augenmuskulatur ist nicht gelähmt, die Augenbewegungen stimmen zum größten Teil mit den Bewegungen im Traum überein. 100% sind diese aber nicht gleich. Diese Phase wird auch paradoxer Schlaf genannt, da der Körper zwar gelähmt ist, das Gehirn aber voll aktiv.

Die Geschichte des Klarträumens

Datum22. Mär. 2012
Views: 10531 | Kommentare: 2


geschichte_des_klartraumens.png

Die komplette Geschichte des Klarträumens kann wohl niemand niederschreiben. Wer war der erste Klarträumer? Wann genau träumte der erste Mensch klar? Diese doch sehr interessanten Fragen sind sehr schwierig bzw. nicht zu beantworten. Dennoch will ich versuchen einen kleinen, vielleicht auch mit Lücken behafteten Überblick über die Geschichte des luziden Träumes zu geben.

 

340 v.Chr. schreibt Aristoteles über Etwas im menschlichen Bewusstsein, dass einem manchmal im Traum sagt, des Erlebte sei nur ein Traum. Er beschreibt des Erkennen des Traumzustandes, den heute jeder luzide Träumer (meist) durch einen Reality Check hervorruft.

 

Im 800 n.Chr. praktizieren Buddhisten in Tibet das Traum-Yoga. Bewusstes Träumen das u.a durch Mediation erreicht wird. Beitrag: Die Lehre der tibetischen Traum-Yogis.

 

Marie Jean Léon le Coq, Baron D’Hervey, Marquis de Saint-Denys, begann im Alter von 13 Jahren seine Träume aufzuschreiben.
Im Jahre 1867, mit 45 Jahren, veröffentlichte er anonym seine Buch „Les Rêves et les moyens de les diriger“ in denen er verschiedene Methoden zur Traumkontrolle, Methoden zum luziden Träumen, beschreibt.

 

1898 beginnt Frederick van Eeden seine seit dem Jahr 1896 aufgeschrieben Träume in zwei „Arten“ aufzuteilen: „Normale“ Träume und jene die im am wichtiger erschienen. Diese wichtigen Träume nennt er später „lucid dreams“
Frederick van Eeden ist der Erfinders des Begriffes „lucid dreams“, er notierte 500 Träume von welchen 352 luzide Träume waren.

 

1899 erschien in Sigmund Freuds Hauptwerk „Die Traumdeutung“ folgendes Text:

Dagegen gibt es Personen, bei denen die nächtliche Festhaltung des Wissens, dass sie schlafen und träumen, ganz offenkundig wird und denen also eine bewusste Fähigkeit, das Traumleben zu lenken, eigen scheint. Ein solcher Träumer ist z.B. mit der Wendung, die ein Traum nimmt, unzufrieden, er bricht ihn, ohne aufzuwachen, ab und beginnt ihn von neuem, um ihn anders fortzusetzen, ganz wie ein populärer Schriftsteller auf Verlangen seinem Schauspiel einen glücklicheren Ausgang gibt. (…) Der Marquis d’Hervey behauptete, eine solche Macht über seine Träume gewonnen zu haben, dass er ihren Ablauf nach Belieben beschleunigen und ihnen eine ihm beliebige Richtung geben konnte

Freud hatte unter anderem Briefkontakt mit  Frederick van Eeden.

 

1932 erlernte Pat Noone die Sprache der Temiar, welche mit den Semai unter dem Begriff Senoi (Beitrag: Einblick in die Traumkontrolle der Senoi) zusammengefasst werden. Der nachfolgende Auszug stammt aus einem Brief den Noone im selben Jahr verfasste:

Personally  I  believe that the Temiar have hit upon some psychological trick in their educative  process which  enables  the majority  to  reach  this  high  degree  of emotional adjustment as adults. I am not sure of my ground as yet, but I feel it has something to do with their dreams

 

1936 Traf Kilton Stewart auf Pat Noon, welche zusammen eine Forschungsreise zu den Senoi durchführten. Hier berichtet Kilton Stewart das erste mal über die Senoi und ihre Traumkontrolle.

Im selben Jahr erschien von A.E. Brown ein Artikel mit dem Titel “Dreams in Which the Dreamer Knows he is Asleep” im Journal of Abnormal Psychology. Damit wiedersprach er der Aussage seiner Kollegen, luzides Träumen sei nicht anderes als Tagträume. Er war der Erfinders des Sprung-RCs: Springe in die Luft und prüfe, ob du realistisch zu Boden fällst.

 

1948 veröffentlichte der Psychiater Nathan Rapport einen Artikel mit dem Namen „Pleasent Dreams“, welcher vom Klarträumen handelt.

 

1968 veröffentlichte Celia Green ihr Buch „Lucid Dreams“. Das Phänomen des Klarträumens wurde nun immer bekannter. In der allgemeinen Wissenschaft wurden Klarträume mittlerweile und fälschlicherweise als kurze Wachphasen während des Schlafes angesehen.

 

1972 beschrieb Carlos Castenada in seinem Buch „Reise nach Ixtlan“ das luzide Träumen.

 

1974 veröffentlicht Patricia Garfield ihr Buch „Kreativ Träumen

 

1975 zeichnte Keith Hearne die ersten Augenbewegungen eines Klarträumers aus dem Klartraum auf.

 

1980 erhielt Stephen LaBerge seinen Doktortitel von der Stanfor University mit seiner Arbeit: „Lucid dreaming: an exploratory study of consciousness during sleep”
LaBerge trug Klarträumern auf, eindeutige Augenbewegungen im Klartraum durchzuführen. Diese wurden auf dem EOG (Elektrookulograf) sichtbar, gleichzeitig konnte festgestellt werden, dass der Proband schläft: Der Beweis für luzides Träumen, eine im Traum bewusst ausgeführte Handlung.

Auch wenn Klarträumen in der heutigen Zeit bekannter und akzeptierter ist, gibt es leider immer noch Kritiker und Ungläubige, die dieses nächtliche Phänomen als unwahr abtun. Ob Klarträumen jemals in der Gesellschaft voll akzeptiert und angenommen wird, wird wohl nur die Zeit zeigen…

Quellen:
http://animus.fateback.com/animus/klartraum/1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Klartraum
http://www.lucidity.com/vanEeden.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Frederik_van_Eeden
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrookulografie

Blickfixation, etwas im Klartraum anstarren, lässt einen NICHT erwachen!

Datum 8. Jan. 2012
Views: 6471 | Kommentare: 0


blog_blickfixation.png

Leider hält sich durch einige Klartraumbücher, die nicht aktualisiert werden, immer noch der Mythos das man im Klartraum durch Blickfixation aufwachen kann.

Blickfixation führt NICHT zum Aufwachen aus dem Klartraum!

Was ist Blickfixation?
Blickfixation bedeutet das man seinen Blick zu lange auf einen Punkt fixiert, ihn zu lange auf etwas ruhen lässt. Die plausibel klingende Erklärung. Die Augenbewegungen im Traum stimmen mit den echten Augenbewegungen in der REM-Phase zum Teil überein. Das ist wahr, hier kommt nun aber der Teil zur Blickfixation der nicht stimmt: Fixiert man etwas im Traum, bewegen sich die Augen nicht mehr. Der Körper denkt, die REM-Phase (Rapid Eye Movement = Schnelle Augenbewegungen) sei vorbei und man erwacht.

Dies stimmt nicht, ich habe schon des öfteren Dinge im Klartraum fixiert, ohne aufzuwachen. Es sind die Erwartungen, die einen Erwachen lassen. Starrt man im Klartraum etwas zu lange an, erwacht man nicht. Außer man erwartet zu erwachen. Mach dir keine Sorgen, du kannst alles so lange anstarren und fixieren wie du willst, du weißt jetzt das nichts passieren wird.