This is your Brain on Lucid Dreams! MRT-Bilder eines Klarträumers!

Datum 6. Mai. 2015
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Am Max-Planck Institut für Psychiatrie in München wurde im Rahmen einer Klartraumstudie mein Gehirn über MRT (Magnetresonanztomographie) gescannt, diese Bilder möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Während des Scans durfte man sich nicht bewegen, die Prozedur war in mehrere 5-10 minütige Einheiten eingeteilt und dauerte ca. 50 Minuten. Ich war während des Scans wach und habe nicht klar geträumt ;)

 

Hier zwei bewegte Bilder:

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Es war eine super Erfahrung und ich finde es faszinierend, mal mein Innenleben zu sehen :)

 

Zum Abschluss noch ein schönes Bild von mir, damit ihr heute nicht schlafen könnt:

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Ein Wochenende im Schlaflabor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie

Datum 4. Mai. 2015
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Ich durfte wieder an einer Studie zu Klarträumen für das Max-Planck Institut teilnehmen. Es handelt sich um ein Projekt von Kristoffer Appel und Cecilia Raffaelli unter der Leitung des Psychologen Dr. Martin Dresler. Die Abteilung der Schlafforschung des Max-Planck-Instiuts untersteht der Leitung von Prof. Dr. Axel Steiger.

Das Ziel war es, in einem Klartraum LRLRLR-Augensignale (Links-Rechts Links-Rechts Links-Rechts) im Abstand von gefühlten 10 Sekunden zu geben. Es sollten 3 Nächte hintereinander im Schlaflabor stattfinden.

Mein hoch gestecktes Ziel waren 1 Klartraum pro Nacht. Eigentlich soll man sich ja keinen Druck machen, aber insgeheim hoffte ich auf 3 Klarträume.

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Nacht 1

Los gehts um 20:30 Uhr. Ich treffe Kristoffer und wir gehen runter ins Schlaflbaor und er zeigt mir die Räume. Wir reden über unser ersten Klarträume und über das Schlaflabor.

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Das Schlaflabor ist geräumig und gut ausgestattet, nirgendwo in Europa findet man ein so gut ausgerüstetes Schlaflabor! Gemessen wird mit einer 128-Kanal EEG Kappe. In meinen zwei anderen Schlaflaborbesuchen waren es “nur” 21 Kanäle.

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Die Kappe alleine kostet ca 500 €!

Hier werde ich die nächsten drei Nächte schlafen, natürlich immer unter Beobachtung:

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Die Kappe ist relativ unangenehm zu tragen, aber es ging. Alle Elektroden müssen gut leiten, dafür wird mit dem hellblauen Gel die Haut leicht aufgeraut (hört sich schlimmer an, als es ist). Das cremefarbene Gel verstärkt die Leitfähigkeit.

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Cecila stößt zu uns. Insgesamt verkabeln mich nun drei Personen, was kein Wunder ist: Alle 128 Kanäle müssen fest positioniert und leitfähiger gemacht werden. Kristoffer erzählte, dass eine Frau einer anderen Studie die Kappe aus Personalmangel alleine anbringen musste - es dauerte 4 Stunden! Bei mir dauerte es Gott sei Dank nur 1 Stunde, doch die Zeit verging wie im Flug :) 

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Danach wird ein 3D-Modell des Kopfes angefertigt. Ein Scanner (am besten vergleichbar mit dem Sensor der Wii-Konsole) misst den Raum und jede Elektrode wird von Hand virtuell markiert, hier darf man sich nicht bewegen. Wichtig ist, dass keine metallischen Gegenstände im Aufzeichnungsbereich vorhanden sind. Dies stört die Aufzeichnung. Ich leere meine Taschen und auch mein Gürtel muss wegen der metallischen Schnalle weg.

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Dieses 3D-Model wird dann mit den EEG-Daten verbunden, so kann man genau sagen, von welcher Stelle meines Kopfes welches Signal gekommen ist. Laienhaft ausgedrückt, so habe ich es zumindest verstanden :D

Kristoffer und Cecilia speichern die 3D Daten ab.

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Ein wichtiger Aufkleber im, ich nennen ihn mal “3D-Raum”:

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Ist alles fertig, bekommt man noch eine Badekappe, denn das Gel würde sich sonst auf dem Kopfkissen verteilen, was sicher nicht sehr angenehm ist.

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Die Kabel der Kappe führen zu zwei Verstärkern, die durch ein weiteres Gerät an der Wand mit dem Computer im Kontrollraum verbunden sind. Die Verstärker alleine kosten 2000!!! Euro!

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Um kurz vor 23:00 Uhr geht es ins Bett und es werden ein paar Kalibrierungstests durchgeführt: Augen schließen, Blick nach oben und zur Mitte, Blick nach unten und zur Mitte, Blick nach rechts und zur Mitte, Blick nach Links und zur Mitte, einmal Zähneknirschen, einmal Kopf anheben und senken, einmal Becken anheben uns senken etc.

Danach wird das Licht gelöscht und es geht los.

Wie immer im Schlaflabor glaube ich, nicht einschlafen zu können obwohl ich es vermutlich bereits bin. Ist wohl eine persönliche “Schlaflaborangewohnheit” von mir…

Plötzlich dreht es mich wild herrum, und ich falle aus dem Bett. Alles ist dunkel aber ich weiß, dass ich träume. Ich gebe das Augensignal LRLRLR und zähle….1….2…3…4…5…6…7…8…9…10 Ich lasse mir Zeit, jede Zahl soll ca. 1 Sekunde dauern. Dann gebe ein erneutes LRLRLR-Signal, dann nochmal.

Nach 3 Augensignalen zähle ich weiter und denke kurz daran, mir das Schlaflabor anzusehen. Ich trübe ein und nun beobachte ich eine Schildkröte am Bettende. Sie hat keinen Schlafanzug an, worüber ich sehr besorgt bin! Jede Schildkröte muss doch einen Schlafanzug tragen! In diesem Moment glaube ich, dass es totale Tierquälerei ist :D Ich werde von Kristoffer geweckt :)

Er ist recht happy, da es so früh mit dem Klartraum funktioniert hat. Eigentlich war nach ca. 6 Stunden ein WBTB mit MILD geplant, was zum Klartraum führen sollte. Ich schreibe meinen Traum auf (interessanteweiße erinnere ich mich an 4 Augensignale, obwohl es nur 3 waren, wie ich nach der Studie erfahre) und beantworte ein paar Fragen auf einem Fragebogen und MILDe dann wieder.

Gegen 06:00 Uhr werde ich geweckt. Ich erinnere mich an einen Traum, in dem ich in einem Art Innenhof bin. Gegen 06.30 Uhr lege ich mich schlafen und MILDe wieder.

Ich habe keinen KT mehr und Kristoffer weckt mich gegen 09:00 Uhr. Ich erinnere mich aber an einen Traum, in welchem ich mit Kappe vor dem Nachtsichtmonitor stehe und mich selbst beim Schlafen beobachte. Leider wurde ich nicht klar.

Und wieder geht es in den “3D-Raum” und die Elektroden werden erneut vermessen. Danach kann ich duschen, das Geld geht etwas schwierig aus den Haaren - man braucht SEHR VIEL Duschgeel. Ich habe bestimmt eine viertel Tube gebraucht!

Die erste Nacht war Top, der Druck ist nun weg. Kristoffer muss nun nach Holland zu einem Seminar und die nächsten Nächte wird Cecilia übernehmen. Gemeinsam mit Kristoffer (der ja nicht geschlafen hat) und Dr Marcel Pawlowski (Assistenzarzt der Psychiatrie, spezialisiert auf Biomarker im Schlaf-EEG. Er ist der Tutor des Projekts) gehen wir zum Feiern noch frühstücken.

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Es entstanden interessnate Gespräche u.a. über Alpha-GPC.

Je nach dem, ob es also in Nacht zwei klappt, wird die dritte Nacht nicht mehr benötigt.

 

 

Nacht 2

Die Prozedur beginnt erneut, ich bekomme die Kappe und alle 128 Elektroden müssen gut leiten. Danach geht es wieder in den “3D-Raum” und es wird wieder ein 3D-Bild erstellt.

Ich kann mir in der zweiten Nacht die Software ansehen, mit der die Daten aufgezeichnet werden:

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Blau sind die Augenbewegungen, Schwarz zeigt die Hirnaktivität, Rot ist der Muskeltonus (extrem hoch, da ich ja wach bin und mich bewege) und ganz unten in Grau sieht man meinen Herzschlag.

Ich lege mich ins Bett und mache viele RCs, suggeriere mir, dass ich heute einen Klartraum habe und bringe mich selbst in eine vorfreudige Stimmung. Ich hype mich sozusagen selbst und sage mir “Yeah, du hast heute einen Klartraum, es wird klappen und es wird total geil!” Ich merke richtig wie positive Gefühle und Vorfreude in mir aufkeimt.

Die Technik erkläre ich genauer hier: Erweiterte Autosuggestion: Betonung & Freude auf Kommando

Jetzt werden erneut grundlegende Kalibrierungstests durchgeführt, genau wie in der ersten Nacht.

Ich lege mich schlafen. Später werde ich wach und muss auf die Toilette. Ich stehe auf, mache einen RealityCheck der zeigt das ich nicht träume. Ich gehe in den Kontrollraum. Cecilia und zwei Schwestern sind da. Die Schwestern weisen mich darauf hin, dass ich nicht alleine aufstehen darf! Es geht speziell darum, nicht einfach die Verbindung der Kapel zu kappen. Das habe ich Gott sei Dank nicht getan! Cecilia stöpselt mich ab und ich gehe auf die Toilette. Danach werde ich wieder verkabelt und Cecilia zeigt mir die Klingelt, die ich betätigen soll, bevor ich aufstehe.

Jetzt träume ich vonm Schlaflabor, ich spreche mit Ärzten die mir sagen, dass ich nur noch 20 Minuten habe, um einen Klartraum zu erleben. Dann ist es 09:00 Uhr und ich müsste gehen. Ich träume nun von Freunden, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe.
Dann bin ich wieder im Schlaflabor und (ich träume immer noch) eine Schwester rammt mir eine kugelschreiberdicke Röhre in den Arm. Darin ist Beruhigungsmittel enthalten und etwas, dass mich klarträumen lässt. Ich werde ganz benommen und lege mich wieder ins Bett.

Hier ein Bild aus der zweiten Nacht:

schlaflabor_april2015_ich_schlafe.jpg

Ich schlafe (im Traum) und ein Arzt betritt den Raum, er übergiest mich mit Wasser. Er will mich aufschneiden, während ich träume. Ich bin leicht bewegungsunfähig, kann aber aufstehen und fliehen. Ich mache einen Nasen-RC und werde klar. Ich gebe das Augensignal LRLRLR, warte 10 Sekunden, wieder LRLRLR, warte 10 Sekunden (ich glaube hier aufgewacht zu sein), gebe LRLRLR, warte 10 Sekunden und gebe LRLRLR. Ich mache einen Nasen-RC und merke, das ich wach bin.

Hier bin ich sehr enttäuscht, da ich glaube, ALLE Augensignale im Wachzustand gegeben zu haben. Cecilia betritt den Raum und ich schreibe den Traum auf. Ich frage Cecilia, ob die Augensignale im Traum oder Wachzustand stattgefunden habe. Sie klärt mich auf, dass alles im Traum stattgefunden hat und dass ich die 10 Sekunden sehr genau eingehalten habe. Cecilia meint, dass wir das geplante WBTB nun ausfallen lassen können.

Hier ein Bild der Augensignale aus der zweiten Nacht:

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Ich freue mich total, Klartraum Nr 2 ist geschafft!

Der Traum wird notiert und ich lege mich wieder schlafen. Jetzt ist es gewiss, dass ich keine dritte Nacht im Schlaflabor verbringen werde. Dies weckt meinen Ehrgeiz! Ich will 3 Klarträume, auch wenn ich nur 2 Nächte zur verfügung habe. 

Ich schlafe ein und träume von meinem alten Kinderzimmer. Als ich aus dem Fenster sehe, erblicke ich den Saturn und einen anderen Planeten am Himmel. Beide sind rießen groß, ca. fünf mal so groß wie der Mond, und sie sehen Comicartig aus. Ich werde klar!

Ich gebe das Augensignal LRLRLR warte 10 Sekunden, LRLRLRLR (eins zu viel), 10 Sekunden, LRLRLR, 10 Sekunden LRLRLR, 10 Sekunden, LRLRLR und wache auf.

Cecilia betritt den Raum und ich schreibe den Traum auf, ich erinnere mich aber nur an 3 Augensignale. Ich erzähle ihr von dem zu viel gegeben LR Signal. Sie bestätigt mir alle Ungereimtheiten. Sie merkt noch an “You can stop now, we have enough data!” :D Ich soll jetzt also aufhören klar zu träumen, sie konnten genug Daten sammeln :D

Es ist geschafft! 3 Klarträume und das in nur zwei Nächten! Ich bin total happy!

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Ich schlafe weiter und gegen kurz vor neun weckt mich Cecilia. Wir gehen erneut in den 3D-Raum und die Positionen der Elektroden werden gemessen. Wir unterhalten uns über K-Komplexe und Spindeln, Vorkommnisse im Schlaf, und ich frage sie darüber sehr genau aus :D

Cecilia meint, dass ich interessanterweiße nach dem ersten Klartraum bereits nach 10 Minuten direkt in die REM-Phase eingestiegen bin. Sie meint, das war sehr unewöhnlich und wirkte so, als hätte ich willentlich und bewusst die REM-Phase ausgelöst. Sie freut sich auf die Auswertung meiner ungewöhnlichen Schlafdaten.

Es geht zurück ins Schlaflabor und die Kappe kommt ab. Ich gehe duschen und wasche mir das ganze Gel aus den Haaren. Die 3te Nacht werde ich wieder im Schlaflabor verbringen, aber ohne jegliche Aufzeichnungen. Am Montag habe ich dann früh morgens ein MRT, da freue ich mich schon drauf!

 

 

Nacht 3

Ich kann mich unverkabelt schlafen legen. Lustigerweise schlafe ich in dieser Nacht schlecht ein. So als könnte ich ohne Kappe nicht mehr schlafen :D

Am Morgen wird das MRT gemacht, doch darüber berichte ich ausführlich in einem anderen Blogbeitrag. Alles in allem war es ein TOP Wochenende und hätte wohl nicht besser laufen können! Ich habe sehr viel über meinen Schlaf und andere, aktuelle Klartraumstudien gelernt!

Ich möchte mich nochmal recht herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken:
Danke Kristoffer für die spannenden Gespräche, ich freue mich schon auf deine nächsten Studien (Teilnahme steht schon fest! Ich bin dabei!), danke Cecilia auch für die spannenden Gespräche (und den Kuchen, der war wirklich super lecker), danke an die Nachtschwestern die beim verkabeln geholfen haben und natürlich danke an Dr. Martin Dresler, Dr. Marcel Pawlowski, Prof. Dr. Axel Steiger und das ganze Max-Planck Institut für Psychiatrie!

Das Max-Planck-Institut München sucht erfahrene Klarträumer!

Datum 5. Mär. 2015
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Das Max-Planck-Institut in München sucht erfahrene Klarträumer für eine 3 “Nächtige” Studie. Man muss dazu drei Nächte im Schlaflabor verbringen, am Tag hat man frei :)

Es gibt eine Aufwandsentschädigung von 175 €, es lohnt sich also auch wenn man von weiter weg kommt :)

Alle Infos gibts in diesem PDF :)

Klartraumstudie Max-Planck-Insitut München [0.1 Mb] (269 x heruntergeladen)