MILD-Tutorial auf der School of Oneironautics Website

Datum15. Sep. 2016
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Mein langfristiger Plan ist es, viel mehr Inhalte auf der School of Oneironautics Website und dem dazugehörigen Youtubekanal zu veröffentlichen.

 

Keine Angst, der Blog wird nicht vernachlässigt und bekommt natürlich exklusiven Inhalt :)

 

Am Anfang möchte ich auf der SOO Website die klassischen Techniken (aufgefrischt durch meinen aktuellen Erfahrungsschatz) nachlegen, den Anfang macht die MILD-Technik:

mild_mnemonic_induced_lucid_dream_klein.jpg

Eine weitere Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment 2

Datum 5. Apr. 2014
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Die Reise ins Schlaflabor beginnt um 12.30 Uhr. Mit ein wenig Verspätung trifft mein Zug ein. Um mir die 4,5 Stunden zu vertreiben höre ich zuerst Musik, dann lese ich das Buch Klartraum: Sind Sie schon mal geflogen? von F.P. Ich habe es sehr schnell durch, es hat nur 46 Seiten. Ein Review dazu wird noch folgen.

Weiter gehts mit einer geführten Meditation die ich vor langer Zeit auf meinem MP3-Player gespeichert hatte. Hier wähle ich als Mantra das Wort Klartraum.

So ohne Vollbart fühle ich mich irgendwie nackt. Dieser musste weichen, da unter anderem am Kinn Elektroden angebracht werden. “Kein Bart” ist auch ein Thema, welches in meinen Träumen vorkommen könnte.
Schlafen will ich im Zug nicht, da ich ja heute früh ins Bett muss.

In Mannheim angekommen treffe ich mich mit Honigpandabärchen aus dem KT-Forum in einem Kaffee. Wir reden übers Klarträumen.

Viel zu früh komme ich im ZI an. Ich lese noch ein wenig, diesmal nicht klartraumrelevant. Um kurz nach 20 Uhr bekomme ich von Melanie Schädlich, der Doktorandin die ihre Doktorarbeit zum Thema “Motor Learning” schreibt, eine SMS, sie ist schon vor Ort. Ich gehe ein Stockwerk tiefer ins Schlaflabor.
In meinem letzten Beitrag berichtete ich, dass das L von Schlaflabor weggekratzt wurde. Dies wurde nun ersetzt.

blog_sl2_schaflabor2.png

Ich treffe auf Melanie und wir unterhalten uns übers Klarträumen, da es noch zu früh zum Schlafen ist. Wir reden unter anderem über WILD und das mir WILD einfach nicht liegt.
Schnell noch in den KT-Forum Chat schauen und schon gehts los.

Ich muss Fragebögen ausfüllen und danach mit meiner nicht dominanten Hand (links) Darts werfen.
Die Dartscheibe hängt im leeren Flur vor dem Schlaflabor. Ich stelle mich an die Markierung auf dem Boden und werfe meine Pfeile. Ich bemerke einen Linksdrall, es ist einfach ungewohnt mit Links etwas zu tun.

blog_sl2_dart.jpgblog_sl2_dart2.jpg

Dies muss ich dann im Klartraum und am nächsten Morgen wiederholen.
Es soll so ermittelt werden, ob man sich im Klartraum durch Übung verbessern kann.
Nun werde ich verkabelt, die 8 Elektroden werden meinem Kopf angebracht.

blog_sl2_elektroden2_.jpg
blog_sl2_kabel2.jpg
Dieses kleine Kästchen liegt neben meinem Kissen, die Kabel führen zu den Elektroden an meinem Kopf.

Zuerst werden meine Augenbewegungen im Wachzustand getestet. Durch LinksRechtsLinksRechts-Blicke soll ich im Klartraum meine Klarheit signalisieren. Mache ich die Augenbewegungen im Klartraum, führe ich sie synchron im Wachleben aus. Dies wird von den beiden Elektroden neben meinen Augen registriert und aufgezeichnet.

Um 22:26 Uhr gehen die Lichter aus. Gefühlt kann ich 1 Stunde nicht schlafen. Wie sich herausstellt, bin ich innerhalb von 11 Minuten eingeschlafen.

Ich durchlaufe 3 REM-Phasen: 00:33 Uhr - 7 Minuten
02:42 Uhr - 11 Minuten
03:59 Uhr - 7 Minuten

Nach der dritten Phase weckt mich Melanie über die Sprechanlage. Ich glaube im ersten Moment nicht geschlafen zu haben. Dann erinnere ich mich an einen Traum: Ich muss Sprungfedern in einer Rastafarimütze anbringen, welche dann meinen Gleichgewichtssinn verbessert.
Die Mütze steht wohl für die Elektroden am Kopf.

Die Lichter gehen an und ich notiere meinen Traum.
Melanie beredet eine Anomalie meines Schlafes: Bei mir treten Alphawellen auf (typisch für Schlafphase 1) UND K-Komplexe und Spindeln (typisch für Stadium 2), beides zusammen sollte nicht auftreten.
34 Minuten bin ich wach und wir reden über Träume. Dann gehts ins Bett und MILDe. Jetzt brauche ich 26 Minuten um einzuschlafen, diesmal kommt es mir viel kürzer vor.

Um 06:38 und 10 Sekunden ist es so weit! Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. 15 Sekunden später die Bestätigung! Das zweite LRLRLR-Signal! Was war in meinem Traum passiert?

Ich träume vom Schlaflabor. Melanie sitzt neben meinem Bett auf einer Bank. Sie will mir einen Trick verraten, wie ich WILD ganz einfach erlernen kann und mit dem es immer klappt. Während ich den RealityCheck mache, weiß ich schon des es ein Traum ist. Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. Ich gehe aus dem Raum durch den im Traum viel kleineren Nebenraum raus auf den Flur. Die Dartscheibe ist da und auch die Markierung am Boden. Die Entfernung ist geschätzt der im WL gleich.

blog_schlaflabor_klartraum_EEG_LRLRLR_augenbewegungen.jpgIch werfe die ersten 5 Pfeile, es sind Luftpfeile die ich spüre aber nicht sehe. Dennoch weiß ich aber irgendwie, dass ich gut bin. Nach 5 Pfeilen gebe ich ein LR-Signal. Mir fällt auf, dass ich mit rechts geworfen habe, der falsche Hand…
Ich will nun die Pfeile auch sehen und greife sie mit der linken Hand aus der Luft. Sie sind dunkel und sehen wie die Pfeile aus mit denen ich am Abend geübt habe.

Nun werfe ich mit links und gebe nach je 5 Pfeilen ein LR-Signal. Plötzlich ist die Scheibe voll und ich gehe hin und wische die Pfeile weg. Einmal hole ich sie mir sogar von der Scheibe wieder, was ja eigentlich völlig unnötig ist.
Die Dartscheibe sieht für ein paar Augenblicke komisch aus: Die Mitte ist nun links oben und sieht wie ein Strudel aus. Blitze aus Plastik sind darauf. Ich ziele aber auf die wirkliche Mitte der Dartscheibe. Nun sieht die Scheibe wieder normal aus. Im Klartraum habe ich das Gefühl, besser zu werfen als am Abend im Wachleben. Ich fühle den gleichen Linksdrall.
Nach ca. 30 Pfeilen (ich zähle nicht mit, was ich aber sollte) fühlt sich mein Arm müde an. Aus der Scheibe wird nun ein Fernseher. Ich werfe noch 5 Pfeile auf den Fernseher und freue mich, dass es geklappt hat. Ich trübe ein und Träume von einer Soap und etwas von einem Motor (danke Panda!). Nun wache ich auf.

Ich berichte Melanie über die Sprechanlage von dem Klartraum. Vom ersten LRLRLR-Signal bis zum Aufwachen sind 5 Minuten vergangen.

Melanie bestätigt mir die Augensignale und auch die gegebenen Zwischensignale nach jeweils 5 Pfeilen. Ich bin total happy das es geklappt hat. Ich schlafe nun weiter bis halb 9, soll aber nicht mehr Dart spielen. Ich träume trübe von einer Jacke für 140 Euro.

Am Morgen werde ich abgestöpselt und wasche mir die Elektrodenpaste aus den Haaren (die klebt ganz schön, ist aber wasserlöslich)
Nun spiele ich erneut Dart. Es fühlt sich genauso an wie im Klartraum und am Abend zuvor.

Leider habe ich mich nicht verbessert, die Werte sind aber annähernd identisch. Dies macht aber nichts, da man erst nach vielen Probanden im Durchschnitt sagen kann, ob eine Verbesserung durch Üben im Klartraum möglich ist.
Ich habe aber das Gefühl am Morgen hektischer zu spielen als am Abend und als im Traum. Ich muss noch einen Fragebogen ausfüllen und dann sind wir fertig.

Alles in Allem war der Besuch im Schlaflabor ein voller Erfolg!

PS. So sehe ich aus, wenn ich schlafe:
blog_sl2_schlafen_im_schlaflabor2.png

Eine Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment

Datum26. Mär. 2013
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Ich sitze im Zug und bin auf dem Weg nach Mannheim zum Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Dort habe ich mich mit Tadas Stumbrys verabredet. Insgesamt bin ich ca. 6 Stunden unterwegs. Ich mache viele RCs um mich schon mal auf den heutigen Klartraum im Schlaflabor einzustimmen.

Endlich angekommen suche ich zuerst das Zentralinstitut und verschaffe mir eine grobe Orientierung. Danach streife ich noch ein wenig in Mannheim umher, kehre dann aber doch viel zu früh mit großer Vorfreude zum Zentralinstitut zurück.

Schlaflabor_Lageplan.jpgIch wähle Tor Nummer 1 und frage den Pförtner, ob ich für das Schlaflabor im richtigen Gebäude bin. Der Pförtner bejat und erklärt mir, ich müsste ein Stockwerk tiefer. Natürlich bin ich viel zu früh. 21:30 Uhr habe ich mit Tadas ausgemacht. Er ist Doktorand am Institut für Sportwissenschaften in Heidelberg.

Um die Zeit rum zu kriegen, lese ich ein wenig. Nichts klartraumrelevantes, ich will es ja nicht übertreiben. Gegen 21:00 Uhr gehe ich ein Stockwerk tiefer in das Untergeschoss. Die Tür zum Schlaflabor ist abgeschlossen, ich sehe einen Schalter mit der Aufschrift “Klingel”. Ich klingle und sofort kommt mir der Gedanke in den Sinn, dass ich ja ein Experiment stören könnte… aber wer schläft schon im 21:00 Uhr? Niemand öffnet, ich bin ja noch zu früh.

Als ich mich umsehe, entdecke ich, dass jemand am Informationsschild das erste L aus „Schlaflabor“ entfernt hatte.

Mit einem Filzstift wurde dies wieder hinzugefügt. Für ein Schaflabor hätte ich diese weite Reise nicht auf mich genommen, denn nur die dümmsten Kälber suchen sich ihre Metzger selber :)

Schlaflabor_Schaflabor.jpg

Gegen 21:15 Uhr schreitet Tadas, den ich anhand eines Fotos von seiner Website erkenne, und ein Kollege, die Treppe zum Schlaflabor hinab. Tadas vermutet bereits, dass ich der heutige Proband bin. Ich reiche ihm die Hand und stelle mich vor, ebenso tu ich dies bei seinem Kollegen. Dieser wirkt sehr verwundert und wie sich herausstellt, ist dies kein Kollege von Tadas… er kennt diese Person überhaupt nicht. Der unbekannte Herr verlässt das Untergeschoss und ich fühle mich doch ein wenig wie ein Schaf im Schaflabor.

Die Situation ist schnell geklärt und jetzt erst recht amüsant, kann ja mal passieren. Wir betreten das Schlaflabor, welches in mehrere kleine Zimmer aufgeteilt ist. Ich betrete mein Quartier für die Nacht und ich bekomme ein paar Fragebögen zum Ausfüllen. Ich sehe mich in meinem Zimmer um: An der Decke hängt eine Kamera, die natürlich auf mein Bett gerichtet ist. Neben dem Bett erklärt der King persönlich, wo die Elektroden angebracht werden.

Schlaflabor_Kamera.jpg  Schlaflabor_King.jpg
Schlaflabor_Bett.jpg

Es erfolgt nun ein Test, auf den ich nicht genau eingehen kann, da die Studie noch andauert. Ich will keine wichtigen Details verraten und vorab Leute beeinflussen. Ziel ist ist, die Verbesserung von motorischen Fähigkeiten durch Klarträume zu belegen. Diesen Test muss ich heute im Klartraum wiederholen und nach dem Erwachen erneut ausführen. Dadurch zeigt sich, ob ich mich durch das Üben im Klartraum verbessert habe.

Anschließend mache ich mich „Bettfertig“ und Tadas beginnt die Elektroden in meinem Gesicht und an meinem Kopf zu befestigen. Wir unterhalten uns sehr angeregt über das Klarträumen, er erzählt mir von seiner Arbeit mit Daniel Erlacher und einer Begegnung mit Stephen LaBerge (ausgesprochen mit „weichem Ä“, LaBärsch. Endlich! Die Unsicherheit bei der Aussprache hat ein Ende!). Wir unterhalten uns über die Faszination des Klarträumens und über unseren ersten Klartraum. Er erzählt mir u. a. von einem Experiment, bei dem bestimmte Gehirnregionen über leichte, elektrische Stimulation Klarträume auslösen soll.

Ein weiteres interessantes Thema das Tadas aufbrachte: Traumfiguren können zum Großteil “Gedanken lesen“. Der Klarträumer hat hinter seinem Rücken eine bestimmte Anzahl an Fingern ausgestreckt. In den meißten Fällen gaben die Traumfiguren die richtige Anzahl der Finger an. “Gedanken lesen” ist natürlich übertrieben, aber Traumfiguren scheinen Zugriff auf die Gedanken, das Wissen des Träumers zu haben.

Es fehlen noch zwei Elektroden am Oberkörper, um den Herzschlag zu messen. Die Zeit zum anbringen der Elektroden verstreicht mir natürlich viel zu schnell.

Schlaflabor_Elektroden.jpg

Natürlich trage ich ein KT-Forum T-Shirt, das bringt mir Glück :)

Jetzt werden erstmal die Elektroden überprüft. Tadas verlässt das Zimmer und kommuniziert mit mir über ein Intercom. Sitzt alles richtig, werdend die Augenbewegungen deutlich angezeigt usw. Ich muss nach oben schauen, nach unten, links und rechts, Augen öffnen, schließen, mit den Zähnen knirschen…

Danach ist Bettruhe. Ich schlafe sehr schwer ein, die Kabel sind ungewohnt und engen mich in meinen üblichen Drehmanövern beim Einschlafen ein. Drei mal erlebe ich das Bekannte „Zucken / Stolpern / Fallen“. Ich schlafe nach einer gefühlt viel zu langen Zeit ein und erlebe prompt einen Klartraum:

Es ist sonnenhell im Schlaflabor. Ein Mann betritt das Schlaflabor, er hat lange dunkle Haare. Er zockt auf einer Konsole. Ich sage ihm, ich müsste eigentlich träumen. Er ist überrascht und entschuldigt sich, mich von meiner Arbeit abzuhalten. Ich sitze ihm nun irgendwie gegenüber und er spuckt mir Cola ins Gesicht, es fühlt sich an wie Gummibärchen die auf meiner Haut kleben. (Dies sind eindeutig die Elektroden, die ich in das Traumgeschehen einbaue.) Er entschuldigt sich, dass er so reingeplatzt ist. Ich sage, es sei doch lustig wenn ich jetzt wirklich schon träumen würde. Ich mache einen Nasen Rc und werde klar.

 

Dauer: 2-3 Sekunden
Klarheit: Sehr Gut
Kontrolle: Gut

 

Ich freue mich über den KT und möchte meine Klarheit durch die LRLRLR (Links Rechts etc.) Augenbewegungen signalisieren. Ich bin sehr aufgeregt und wache auf.

Der Klartraum dauerte leider nur wenige Sekunden. Tadas meldet sich über das Intercom ob ich wach bin, ich erzähle ihm von meinem Klartraum und dass dieser leider zu kurz war. Tadas betritt den Raum, jetzt beginnt die Wachphase des WBTB. Es ist nun 4 Uhr und ich notiere meinen Traum. Ich suche nach DreamSigns und beschäftige mich mit dem Traum.

Ich bin guter Dinge, aber auch enttäuscht, es so kurz vor dem Ziel doch nicht geschafft zu haben… Ich lege mich nun wieder schlafen und praktiziere MILD. Wieder kommt es mir vor, als würde ich kaum schlafen. Tadas weckt mich nun mehrmals nach meinen REM-Phasen, ich erinnere mich an meine Träume, werde aber währenddessen nicht mehr klar.

Am Morgen um 8 ist alles vorbei. Tadas, der die ganze Nacht wach war, weckt mich. Die Elektroden werden entfernt. Ich wiederhole den Test vom vorangegangenen Abend. Die Daten sind dennoch brauchbar, ein kompletter Erfolg wäre aber mir und sicher auch Tadas lieber gewesen.

Interessiert frage ich Tadas, ob ich mir mal meine Schlafdaten ansehen darf.

Schlaflabor_Daten1.jpg

Immer noch im Haar: Wasserlöslicher Kleber für die Elektroden. Keine Sorge, einmal Haare waschen und es bleibt nichts zurück :)

Schlaflabor_Daten2.jpg

Die rote Linie im oberen Bild zeigt den Muskeltonus, der am Kin gemessen wird. Der Ausschnitt zeigt eine REM-Phase, in der ich gelähmt bin, darum gibt es keinen Ausschlag. Oberhalb der roten Liene sieht man die REM typischen Augenbewegungen. Unterhalb der roten Linie wird der Herzschlag angezeigt.

Tadas erklärt mir, das bis vor wenigen Jahren noch alle Kurven ausgedruckt wurden. Da kommt bei einer Nacht viel Papier zusammen und es war besonders viel Arbeit, einen bestimmten Zeitpunkt auf dem langen Ausdruck zu finden.

Ich bin etwas enttäuscht von meinem “halben Erfolg”. Es war aber dennoch einer super Erfahrung, ich habe mich sehr angeregt mit Tadas unterhalten und einen faszinierenden Einblick in die Schlafforschung erhalten.

Zum Abschied schenkt mir Tadas eine Schachtel mit Pralinen. Die Erfahrung im Schlaflabor war mir Geschenk genug. Ich bedanke mich bei ihm herzlich und mache mich auf die Heimreise.

Wer weiß, vielleicht versuche ich es ja nochmal… die Studie dauert noch an.

MILD-Technik: Mnemonic Induced Lucid Dream

Datum20. Mär. 2013
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Mild steht, wie der Titel schon sagt, für Mnemonic Induced Lucid Dream. Mnemonic das Englische Wort für Gedächtnisstütze.

Die MILD Technik wurde von Dr. Stephen LaBerge entwickelt und in seinem Buch „Hellwach im Traum“ (im Deutschen mit MILT abgekürzt) das erste mal und danach in „Exploring the World of Lucid Dreaming“ vorgestellt.

Ziel ist es, sich daran zu erinnern, dass man träumt. Dies mag im ersten Moment der Autosuggestion sehr ähnlich sein, unterscheidet sich aber stark davon. Bei der MILD-Technik nutzt man das prospektives Gedächtnis um einen Klartraum zu erreichen.

 

Was ist das prospektives Gedächtnis?
Kurz gesagt, handelt sich dabei um die Fähigkeit, sich an ein Vorhaben / Ziel in der Zukunft von alleine zu erinnern.

Sagen wir es ist Montag und Donnerstag kommt die Müllabfuhr. Du sagt die also, dass du Mittwoch Abend nicht vergessen darfst, den Müll runter zu bringen.

Erinnerst du dich Mittwoch Abend daran, hast du erfolgreich ein Ziel in deinem prospektiven Gedächtnis abgelegt.

 

Genau diesen kognitiven Mechanismus zu „programmieren“, unterscheidet MILD von reiner Autosuggestion.

 

Anleitung:
Du kannst MILD mit einem erinnerten Traum kombinieren oder ohne bestimmten Traum anwenden.

  1. Wachst du aus einem Traum auf oder hast einen Traum, den du öfterst träumst, visualisieren in diesem Traum, wie du dich daran erinnerst, zu träumen.

    Ahme hier genau die Gefühlslage nach, wie du sich an ein Vorhaben im Wachleben erinnerst. Sicher kennst du das Gefühl, wenn dir plötzlich etwas wichtiges wieder einfällt.

  2. Suggeriere dir je nach Situation folgenden Satzt:

    „Im Traum XY erinnere ich mich daran, das dies ein Traum ist“
    „Im nächsten Traum, erinnere mich daran, dass ich träume“
    „Im nächsten Traum fällt mir ein, dass dies ein Traum ist“

  3. Wiederhole diese Schritte so lange, bis du das Gefühl hast, dein Vorhaben verinnerlicht zu haben.

Trainiere dein prospektives Gedächtnis
Setze dir für die Woche oder an einem Tag bestimmte Ziele / Dinge, an die du dich erinnern willst.

„Heute Abend erinnere mich mich, Buch XY neben mein Bett zu legen“
„Mittwoch denke ich daran, mein Bad zu putzen“

Kombiniere dies mit Reality Checks oder MILD selbst:

„Ich erinnere mich jeden Tag daran, 3 Reality Checks auszuführen“
„Vor dem Einschlafen erinnere ich mich daran, MILD zu üben“

Du kannst dir auch am Tag zwei klartraumunrelevante und ein klartraumrelevantes Ziel setzen:

„Ich erinnere mich daran, den Müll runter zu bringen, meine Bücher zu sortieren und ich werde in der Nacht erkennen, dass ich träume“

Tippfehler: Menomic, memonic

Keine Klartraum-Technik funktioniert?

Datum 8. Aug. 2012
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blog_keine_technik_funktioniert.png

Du hast alles probiert und “keine Technik funktioniert?”

Bevor man die verschiedenen Techniken testet, ist es wichtig, sich eine gute Traumerinnerung aufzubauen. Was nützt einem der schönste Klartraum, wenn man sich nicht daran erinnern kann?

Im Forum findet ihr hier einen Thread mit vielen Tipps zur Verbesserung der Traumerinnerung.

Die Techniken, die man bereits praktizieren kann, bevor man eine gute Traumerinnerung besitzt, sind Reality Checks und das kritische Bewusstsein zu schärfen.

Erinnert man sich regelmäßig an seine Träume (Wichtig: Die Traumerinnnerung nimmt nicht konstant zu - Nächte ohne Traumerinnerung sind normal) und führt regelmäßig Reality Checks aus, kann man sich an die anderen Techniken wagen.

Gängige Techniken sind:

WILD
DILD
DEILD (Unterschied DILD / DEILD)
MILD
WBTB
Autosuggestion
Rhythm Napping

um nur ein paar zu nennen.

Jede Technik sollte man mindestens 2 Wochen testen.

Erst wenn sich nach dieser Zeitspanne keine Erfolge mit einer Technik einstellt, kann man davon sprechen das diese Technik nicht für einen geeignet ist.

Oft probieren Anfänger Techniken nur zwei bis drei mal aus und glauben sofort, diese TEchnike funktioniere nicht oder sei nichts für sie. Manchmal liegt es auch einfach an der schlechten Traumerinnerung, sodass man sich nicht an seine Erfolge erinnert…

Man darf auch nicht zu sehr verkrampfen. Will man unbedingt und zu angestrengt endlich den ersten Klartraum erleben, bleibt eben dieser oft aus. Freue dich auf deinen ersten KT, verkrampfe aber nicht zu sehr. Der Klartraum kommt wenn er eben kommt. Beim einen früher beim anderen später.

Geht wirklich gar nichts hilft oft etwas Abstand. Führe kein Traumtagebuch, teste keine Technik. Lasse einfach los und beschäftige dich eine festgelegte Zeit nicht mit Klar- oder Trübträumen. Oft kommt der Klartraum gerade dann von alleine. Dieses “los lassen” hat mir schon aus der ein oder anderen Klartraum-Trockenperiode geholfen…

Review: Hellwach im Traum von Stephen LaBerge

Datum13. Jul. 2012
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stephenlaberge_hellwach_im_traum.jpg

Buch Review „Hellwach im Traum“

1987 erschien Stephen LaBerges Buch über Klarträume „Hellwach im Traum“. Heute vergriffen wird es zu völlig überzogenen Preisen bei eBay und Amazon verkauft. Oftmals werden an die 100 € verlangt.

„Hellwach im Traum“ ist 287 Seiten dick und enthält ohne Nachwort die folgenden 10 Kapitel:

1. Erwache in deinen Träumen
2. Ursprung und Geschichte des luziden Träumens
3. Die neue Welt des luziden Träumens
4. Die Traumwelt erforschen: Luzide Träume im Labor
5. Die Erfahrung des luziden Träumens
6. Lerne, luzide zu träumen
7. Der praktische Träumer: Anwendungen des luziden Träumens
8. Träumen: Funktion und Bedeutung
9. Traum, Illusion und Wirklichkeit
10. Traum, Tod und Trnszendenz

Auch wenn das Buch mit seinen 25 Jahren schon gut in die Jahre gekommen ist, lohnt sich der Kauf aufjedenfall. Vorrausgesetzt, man bezahlt keine 100€ dafür. Hier und da sind mittlerweile ein paar Theorien als falsch erweisen, ansonsten ist der Informationsgehalt sehr hoch.

Lustig sind die “eingedeutschten” Abkürzungen, so wird MILD hier noch als MILT übersetzt (ASE= Aussersinnliche Erfahrung, EdK = Erfahrung der Körperlosigkeit etc.)

Zwei auch von mir oft genannte Punkte im 5.Kapitel sind die Bereiche “Motivation” und “Erwartungen”. Stephen LaBerge weißt darauf hin, dass Träume u. a. Wunscherfüllungen sind, natürlich aber nicht so strikt wie Siegmund Freud dies behauptet hat. Desweiteren wird auch auf den Sinn des Träumens eingegangen, wobei damals so wie heute nur Theorien genannt werden können. Warum träumen wir?
Auch auf die kreative Propremlösung durch den Traum wird in “Hellwach im Traum” behandelt, sowie gegen Ende des Buches die tibetischen Traum-Yogis erwähnt kompakt erwähnt werden.

Die WILD-Technik findet in LaBerges Buch keine Erwähnung. Gegen Ende werden kurz auch Shared Dreams, Nahtoderfahrungen und Übersinnliches genannt. LaBerge beschreibt diese Erfahrungen mehr als Klarträume, wobei er alles Erlebte als subjektiv bezeichnet, was die Bedeutung ausser Kraft setzt, ob es “nur” geträumt oder eine “wirkliche” Erfahrung ist. AKEs beschreibt er mehr als “Traumtelepathie” und er erwähnt, ein AKE-Experiment in welchem nur ein einziger Proband es schaffte, einen entfernten Raum durch eine AKE annähernd zu beschreiben.

Sterbeerlebnisse (SE abgekürzt) finden auch Erwähnung und LaBerge weißt deutlich darauf hin, das es keine Rolle spielt, ob diese Erlebnisse “real” sind, da einfach die Wirkung auf die Menschen, die diese erlebt haben, bleibende Eindrücke und eine veränderte, positive Sichtweise im Bezug auf den Tod hinterlässt.

Alles in Allem ist “Hellwach im Traum” auch heute noch lesenswert, keinesfalls aber bei einem Preis höher als 15€. Hier und da sind ein paar Aussagen heutzutage wiederlegt worden, was man aber LaBerge natürlich nicht ankreiden kann. Die völlig überzogenen Preise sind in keinster Weise gerechtfertigt. Ich empfehle bei den überhöhten Preisen eher LaBerges “Exploring the World of Lucid Dreaming” welches nur auf Englisch erhältlich ist. Wie bereits hier erwähnt, ist “Exploring the World of Lucid Dreaming” NICHT das Englische Pendant zu “Hellwach im Traum”, hier handelt es sich um unterschiedliche Bücher.