Schlaflaborbesuch #4 in Osnabrück - Matheaufgaben und Schlafkommunikation

Datum11. Jun. 2015
Views: 3713 | Kommentare: 7


Auf gehts ins Schlaflabor nach Osnabrück. Die Studenteninitiative „Sleep and dream“ lädt zu einem Klartraumexperiment ein, speziell geht es um die Doktorarbeit von Kristoffer Appel im Bereich Schlafkommunikation / Klarträumen.

 

Kristoffer will herausfinden, ob man einfache Matheaufgaben in einen Klartraum schicken, lösen und anschließend die Antwort wieder aus dem Schlaf heraus in die Wachwelt senden kann. Vorab musste ich einige Zeichen eines Morsecodes auswendig lernen. Im Schlaflabor wird dann über Licht- oder Tonsignale die Matheaufgabe gemorst, während ich einen Klartraum habe. Diese Signale muss ich im Klartraum erkennen, z.B. könnte sich einfach die Umgebungsfarbe des Traumes ändern oder ein Traumgegenstand anfangen zu piepen, ausrechnen und zurück morsen.

Der Morsecode besteht aus zwei Elementen, kurz und lang. Eine Zahl setzt sich aus fünf Elementen zusammen.
Kurz Kurz Lang Lang Lang ist z. B. die Zahl 5.
Klingt kompliziert, ist aber recht simpel.

Im Klartraum muss ich dann das errechnete Ergebnis per Links-Rechts-Augensignal zurücksenden. Die Anzahl der Links-Rechts-Signale entspricht der Lösung, d. h. ist das Ergebnis 5 so gebe ich 5 x LR etc. Es gibt keine Minuszahlen.

 

Ein spannende Aufgabe und für mich eine große Herausforderung, doch ich bin guter Dinge :)

Fast 9 Stunden sitze ich insgesamt im Zug, doch es hat sich gelohnt! Das Schlaflabor ist der Hammer, das Haus (über 110 Jahre alt!) sieht einfach nur wunderschön aus!

schlaflabor_osnabrueck_sleep_and_dream_initiative.jpg
schlaflabor_osnabrueck_sleep_and_dream_initiative2.jpg
schlaflabor_osnabrueck_sleep_and_dream_initiative3.jpg

 

Ich treffe Kristoffer um 20:30 Uhr und übergebe ihm mein Gastgeschenk, ein Exemplar meines Buches Oneironaut – Das Klartraum-Praxishandbuch. Danach bekomme ich eine Führung durch das Gebäude.

Mehrere Studenteninitiativen haben hier eigenen Räume. Hier ist z. B. ein Vortragsraum:
schlaflabor_osnabrueck_vortragsraum.jpg
und ein Aufenthaltsraum:
schlaflabor_osnabrueck_aufenthaltsraum.jpg

Besonders schön ist das denkmalgeschützte Badezimmer, was bedeutet, dass es kein warmes Wasser gibt (im Aufenthaltsraum ist eine Spüle, da wird dann Haare gewaschen) :
schlaflabor_osnabrueck_badezimmer1.jpg
schlaflabor_osnabrueck_badezimmer2.jpg

Wir reden noch sehr viel über Klartraumexperimente und aktuelle Projekte von ihm, u. a. plant er, gemeinsam mit einem weiteren Doktoranden eine DIY- und OpenSource-Schlafmaske zu entwickeln. Diese soll Lichtsignale und Töne abgeben können und eventuell ein EEG enthalten, alles drahtlos über DodgeBluetooth mit Computer oder Handy verbunden.

 

Der Kontrollraum sieht so aus:
schlaflabor_osnabrueck_kontrollraum.jpg

und ist mit vielen interessanten Postern bestückt:
schlaflabor_osnabrueck_poster_wellen.jpg
schlaflabor_osnabrueck_poster_starry_night.jpg
schlaflabor_osnabrueck_poster1.jpg

Ein Poster fasst eine Arbeit von Kristoffer, Daniel Erlacher und Gordon Pipa zusammen:
schlaflabor_osnabrueck_poster_kristoffer_appel_daniel_erlacher.jpg
schlaflabor_osnabrueck_poster_kristoffer_appel_daniel_erlacher2.jpg

 

Das Haus wurde erst vor wenigen Wochen bezogen, es ist alles noch etwas spartanisch eingerichtet. Das Schlaflaborequipment ist teils von anderen Arbeitsgruppen wie der Neurobiopsychologie des Instituts für Kognitionswissenschaft, geliehen. Zum Beispiel das polysomnografische Gerät der Firma Neuroscan für die Schlafdaten, welches ca. lächerlich günstige 20.000 € wert ist.
schlaflabor_osnabrueck_zwanzigtausendeuro.jpg

 

Hier ein Panoramafoto des Kontrollraumes.

Ich unterschreibe nun die Einverständniserklärung und beantworte zwei Fragebögen, u. a. einen der von Michael Schredl erstellt wurde.

schlaflabor_osnabrueck_klara2.jpg
Der Styroporkopf gibt nun die Elektrodenhaube an mich weiter. Kristoffer meint, sie bräuchte noch einen Namen. Ich schlage Luci vor, schwenke dann aber zu Klara um. Ich hoffe mein Namensvorschlag wird angenommen :)

Kristoffer verkabelt die Elektroden, diesmal sind es 26 Stück (22 auf dem Kopf - EEG; 2 am Kinn - EMG und 2 für die Augenbewegungen - EOG), beim 3ten Schlaflaborbesuch im Max-Planck Institut für Psychiatrie waren es 128 Elektroden. Für Kristoffers Experiment reichen aber 26 mehr als aus.

Am Computer sieht man live die Leitfähigkeit der Elektroden, ohne Leitpaste ist der Widerstand natürlich zu hoch:
schlaflabor_osnabrueck_widerstand_elektroden_1.jpg

Die Kopfhaut unter jeder Elektrode wird zuerst mit Alkohol gereinigt. Anschließend wird ein Kontakt zwischen Elektrode und Kopfhaut mittels einer leitenden und klebenden Paste hergestellt.

Zwischendurch mache ich einen „Haubenselfie“.
schlaflabor_osnabrueck_kartoffelkopf_selfie.jpg

Ich wundere mich über meinen Kartoffelkopf und mache einen Reality Check ;)

Wie bereits erwähnt werden auch die Augenbewegungen (nach Links, Rechts, Oben, Unten) und die Muskelspannung am Kinn gemessen.

Zwischendurch sehen die Widerstandswerke OK aus, fast alle müssen blau sein:
schlaflabor_osnabrueck_widerstand_elektroden_2.jpg
Am Ende sieht es so aus:
schlaflabor_osnabrueck_widerstand_elektroden_3.jpg

 

Jetzt bringt Kristoffer noch den ZEO Schlafphasenwecker, ein 1-Kanal-EEG, an.

Am Ende sitzt alles ziemlich straff:
schlaflabor_osnabrueck_final.jpg
Es fehlt nur noch die Badekappe, damit ich das Gel nicht auf dem Kissen verteile.

schlaflabor_osnabrueck_schlafbereich.jpg
Der schwarze Streifen am Kopfende ist ein LED-Streifen über den zufällige Matheaufgaben gemorst werden. Auch Morsecode-Aufgaben über Pieptöne werden mir gestellt, die Reihenfolge erfahre ich natürlich nicht.

 

Jetzt lege ich mich in mein Schlafgemach und wir testen die Augensignale und weitere Punkte wie das Aufrichten des Kopfes, Zähneknirschen etc., dies dient zur Kalibrierung.

 

Jetzt übe ich noch Matheaufgaben, wir vereinbaren 2er Paare, da ich Angst habe, eventuell durcheinander zu kommen. Der optimale Ausgang ist, wenn ich die Matheaufgaben im Traum löse und dann diese natürlich auch richtig in meinem Traumbericht aufschreibe. Zur Einfachheit vereinbaren wir eben 2 Aufgaben, d. h. wenn ich zwei Aufgaben gelöst habe, weckt mich Kristoffer auf.

Zum Testen morst er mir nun zuerst zwei Lichtaufgaben, die ich im Kopf ausrechne und über die Augen beantworte. Danach folgen weitere Zweierpaare, danach Übungen mit Pieptönen. Es klappt alles sehr gut, nur ein oder zweimal komme ich durcheinander, ansonsten löse ich alles richtig und sende auch die richtige Antwort.

Ich lege mich gegen 22:50 Uhr schlafen, neben dem Bett habe ich eine Funkklingel, falls ich auf die Toilette muss.

 

Ich werde nachts wach und will klingeln, ich finde im Dunkeln die Klingel und versuche sie zu drücken, finde aber keinen Knopf. Dies tue ich gefühlt 30 Sekunden und mache zwischendurch immer wieder einen Nasen-RCs, da ich glaube zu träumen: “Es kann doch nicht sein, dass ich diesen Knopf nicht finde!” denke ich mir und drücke den eckigen kleinen Kasten jetzt überall. Jetzt klingelt es! Es war kein Traum, der Knopf war nur sehr flach :D

 

Ich schlafe sehr schnell ein, Kristoffer meint später das ich ca. 2 Minuten zum Einschlafen gebraucht habe.

 

Um kurz nach 4 Uhr mache ich im Traum einen Nasen-RC und werde klar. Ich liege im Bett im Schlaflabor und starre an die Decke. Ich stabilisiere den Klartraum durch Hände reiben. An der Decke kleben quadratische, vergilbte Tapetenstücke (diese gibt es im WL an der Decke nicht). Ich gebe das vorher ausgemachte LR-LR-LR-Augensignal, vergesse aber das letzte Rechts-Signal.

Die Umgebung blinkt nun gelblich und ich versuche die Zahl zu erkennen, die mir Kristoffer morst. Ich erkenne aber kein Muster und gebe ihm nochmal ein LR-LR-LR-Augensignal, wieder ohne das letzte Rechts-Signal, um ihm zu verstehen zu geben, dass ich diese Aufgabe nicht lösen kann. Danach wache ich direkt auf.

Kristoffer betritt den Raum und ich notiere den Traum. Die LR-Signale in meinem Traumbericht stimmen mit den von Kristoffer aufgezeichneten Signalen überein, wiedermal der Beweis für Klarträume. Ich erfahre, dass er KEINE Lichtsignale gegeben hat, sondern Töne. Diese habe ich im Klartraum nicht wahrgenommen. Die Lichtsignale habe ich selbst unbewusst (oder “der Klartraum”) produziert.

Danach muss ich noch Fragen der „Lucid Scale“ beantworten, welche die Klarheit messen soll. Wir entscheiden uns direkt das WBTB zu machen, es ist jetzt kurz nach 4 Uhr.

Ich fülle weitere Fragebögen aus und gehe nochmal auf die Toilette. Schnell noch ein Foto vom ZEO:
schlaflabor_osnabrueck_zeo.jpg

Ich träume dann von einem klingelden Telefon, dies könnten die Pieptöne sein, was ich aber im Trübtraum nicht realisiere. Ich träume auch noch von blinkenden Handys, was die Lichtsignale sein könnten – wieder erkenne ich diese nicht…

 

Im späteren Verlauf der Nacht werde ich mehrmals kurz wach und schlafe wieder ein.

Irgendwann mache ich mehrere Nasen-RCs und werde klar. Ich gebe das LR-LR-LR-Augensignal. Kristoffer fragt mich über die Sprechanlage, ob dies ein Augensignal war. Im WL gibt es keine Sprechanlage, ich bin eingetrübt und träume immer noch.
Dennoch bin ich bewusst genug und Antworte nicht verbal, sondern gebe erneut ein LR-LR-LR-Augensignal.

 

Ein Forscher betritt das Schlaflabor und gibt mir HighFive, er sagt „Super, geschafft!“ Ich wundere mich, warum wir jetzt keine Matheaufgaben üben. Jetzt trübe ich komplett ein. Nun muss ich das Haus über eine Straße ziehen, ich hebe es an der „Anhängerkuplung“ an und ziehe es eine Serpentinenstraße hinab, bergab muss ich richtige dagegen drücken, dass es mich nicht überrollt.

 

Kristoffer weckt mich (diesmal ist es real) und ich schreibe den Traum auf und fülle erneut die Lucid Scale aus.

Danach träume ich noch von einem Maschinengewehr, was rot-leuchtende Kugeln abfeuert, dies könnten wieder Lichtsignale sein, was ich aber nicht erkenne.

Am Morgen werde ich geweckt und kann mir das Gel aus den Haaren wachen. Die erste Nacht ist rum, zwei Klarträme sind eine grandiose Bilanz, auch wenn ich gerne die Matheaufgaben erkannt und gelöst hätte.

Vielleicht klappt es ja in Nacht 2 :)

Der Oneironaut hat auch schon ein Platz im Schlaflabor gefunden.
schlaflabor_osnabrueck_gastgeschenk.jpg

Den Tag verbringe ich mit Simon Kern, der Kognitionswissenschaften in Osnabrück studiert. Wir kennen uns von einer OnlineStudie von ihm. Dazu wird auch noch ein extra Blogbeitrag folgen.

 

Gegen Abend findet im Garten der Schlaflabor-Villa eine FoodSharing Party statt, auf der ich spannende Mitstudenten von Kristoffer und Simon kennenlerne. Spannende Klartraumgespräche entstehen und ich lerne ein paar Klarträumer kennen.
schlaflabor_osnabrueck_simon_am_buffet.jpg
schlaflabor_osnabrueck_foodsharing1.jpg
schlaflabor_osnabrueck_foodsharing2.jpg

Ich trinke natürlich keinen Alkohol – Don’t drink and dream ;)

Um 22:00 Uhr ist die Musik aus und wir beginnen mit den Vorbereitungen. Kristoffer konnte für das Labor zwei zusätzliche Bildschirme auftreiben:

schlaflabor_osnabrueck_kontrollraum_neu_bildschirme.jpg
Da alles recht straff angebracht ist, fällt das Lächeln sehr schwer, freundlicher bekomme ich nicht hin…

schlaflabor_osnabrueck_kristoffers_zeo_auswertung.jpg
Hier sieht man Kristoffers selbst programmiertes Aufzeichnungstool zur Auswertung der ZEO Daten.

Hier nochmal alle Daten (EOG, EEG; EMG) im Wachzustand:
schlaflabor_osnabrueck_eeg_eog_emg.jpg

Alle Elektroden führen in diesen Transmitter, der in einen abgeschirmten Verstärker führt:

schlaflabor_osnabrueck_transmitter.jpg

Gegen 00:00 Uhr geht es ins Bett, wieder üben wir Matheaufgaben und machen die Biokalibrierung.

Ich schlafe erneut schnell ein.

Ich träume von einer Lagerhalle, in der ich und Freunde jemanden einen Streich spielen. Es ist dunkel und plötzlich blinkt das Licht. Ich erkenne nicht, dass es eine Matheaufgabe ist und wache dann auf.

Ausser ein paar Trübträumen ohne Hinweise passiert nichts mehr in der Nacht. Gegen 09:50 Uhr beenden wir die Nacht.

Leider konnte ich keine Erfolge verbuchen, dennoch bin ich mit meinen zwei Klarträumen und den doch im Traum angekommen Signalen (auch wenn ich sie nicht erkannt habe und klar wurde) mehr als zufrieden :)

Ich fülle nochmal einen Fragebogen aus und mache mich dann auf den Heimweg. Alles in allem war es wieder eine grandiose Erfahrung und ich habe viele nette Leute kennengelernt und viel über den Ablauf im Schlaflabor und die Traumforschung erfahren :)

Danke Kristoffer und Simon und an all die anderen für die spanneden Tage in Osnabrück!

Das Schlaflabor ruft!

Datum 2. Jun. 2015
Views: 2202 | Kommentare: 0


So, wiedermal geht es für mich ins Schlaflabor, um genau zu sein ist das Besuch Nummer 4! Diesmal geht es nach Osnabrück und ich freue mich schon rießig drauf :)

Es wird auch wieder eine Herausforderung aber ich bin guter Dinge :)

Wie immer wird es einen ausführlichen Bericht hier im Blog geben :)

Grüße
Simon

Ein Wochenende im Schlaflabor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie

Datum 4. Mai. 2015
Views: 4314 | Kommentare: 8


Ich durfte wieder an einer Studie zu Klarträumen für das Max-Planck Institut teilnehmen. Es handelt sich um ein Projekt von Kristoffer Appel und Cecilia Raffaelli unter der Leitung des Psychologen Dr. Martin Dresler. Die Abteilung der Schlafforschung des Max-Planck-Instiuts untersteht der Leitung von Prof. Dr. Axel Steiger.

Das Ziel war es, in einem Klartraum LRLRLR-Augensignale (Links-Rechts Links-Rechts Links-Rechts) im Abstand von gefühlten 10 Sekunden zu geben. Es sollten 3 Nächte hintereinander im Schlaflabor stattfinden.

Mein hoch gestecktes Ziel waren 1 Klartraum pro Nacht. Eigentlich soll man sich ja keinen Druck machen, aber insgeheim hoffte ich auf 3 Klarträume.

schlaflabor_april2015_max_planck.jpg

Nacht 1

Los gehts um 20:30 Uhr. Ich treffe Kristoffer und wir gehen runter ins Schlaflbaor und er zeigt mir die Räume. Wir reden über unser ersten Klarträume und über das Schlaflabor.

schlaflabor_april2015_kontrollzentrum.jpg

Das Schlaflabor ist geräumig und gut ausgestattet, nirgendwo in Europa findet man ein so gut ausgerüstetes Schlaflabor! Gemessen wird mit einer 128-Kanal EEG Kappe. In meinen zwei anderen Schlaflaborbesuchen waren es “nur” 21 Kanäle.

schlaflabor_april2015_kappe.jpg

Die Kappe alleine kostet ca 500 €!

Hier werde ich die nächsten drei Nächte schlafen, natürlich immer unter Beobachtung:

schlaflabor_april2015_bett.jpgschlaflabor_april2015_kamera.jpg
schlaflabor_april2015_nachtsichtkamera.jpg

Die Kappe ist relativ unangenehm zu tragen, aber es ging. Alle Elektroden müssen gut leiten, dafür wird mit dem hellblauen Gel die Haut leicht aufgeraut (hört sich schlimmer an, als es ist). Das cremefarbene Gel verstärkt die Leitfähigkeit.

schlaflabor_april2015_gel.jpg

Cecila stößt zu uns. Insgesamt verkabeln mich nun drei Personen, was kein Wunder ist: Alle 128 Kanäle müssen fest positioniert und leitfähiger gemacht werden. Kristoffer erzählte, dass eine Frau einer anderen Studie die Kappe aus Personalmangel alleine anbringen musste - es dauerte 4 Stunden! Bei mir dauerte es Gott sei Dank nur 1 Stunde, doch die Zeit verging wie im Flug :) 

schlaflabor_april2015_kristoffer_at_work.jpg

Danach wird ein 3D-Modell des Kopfes angefertigt. Ein Scanner (am besten vergleichbar mit dem Sensor der Wii-Konsole) misst den Raum und jede Elektrode wird von Hand virtuell markiert, hier darf man sich nicht bewegen. Wichtig ist, dass keine metallischen Gegenstände im Aufzeichnungsbereich vorhanden sind. Dies stört die Aufzeichnung. Ich leere meine Taschen und auch mein Gürtel muss wegen der metallischen Schnalle weg.

schlaflabor_april2015_kappe_proband.jpg

Dieses 3D-Model wird dann mit den EEG-Daten verbunden, so kann man genau sagen, von welcher Stelle meines Kopfes welches Signal gekommen ist. Laienhaft ausgedrückt, so habe ich es zumindest verstanden :D

Kristoffer und Cecilia speichern die 3D Daten ab.

schlaflabor_april2015_kristoffer_und_cecilia.jpg

Ein wichtiger Aufkleber im, ich nennen ihn mal “3D-Raum”:

schlaflabor_april2015_call_lucid.jpg

Ist alles fertig, bekommt man noch eine Badekappe, denn das Gel würde sich sonst auf dem Kopfkissen verteilen, was sicher nicht sehr angenehm ist.

schlaflabor_april2015_mit_badekappe.jpg

Die Kabel der Kappe führen zu zwei Verstärkern, die durch ein weiteres Gerät an der Wand mit dem Computer im Kontrollraum verbunden sind. Die Verstärker alleine kosten 2000!!! Euro!

schlaflabor_april2015_verstarker.jpg

Um kurz vor 23:00 Uhr geht es ins Bett und es werden ein paar Kalibrierungstests durchgeführt: Augen schließen, Blick nach oben und zur Mitte, Blick nach unten und zur Mitte, Blick nach rechts und zur Mitte, Blick nach Links und zur Mitte, einmal Zähneknirschen, einmal Kopf anheben und senken, einmal Becken anheben uns senken etc.

Danach wird das Licht gelöscht und es geht los.

Wie immer im Schlaflabor glaube ich, nicht einschlafen zu können obwohl ich es vermutlich bereits bin. Ist wohl eine persönliche “Schlaflaborangewohnheit” von mir…

Plötzlich dreht es mich wild herrum, und ich falle aus dem Bett. Alles ist dunkel aber ich weiß, dass ich träume. Ich gebe das Augensignal LRLRLR und zähle….1….2…3…4…5…6…7…8…9…10 Ich lasse mir Zeit, jede Zahl soll ca. 1 Sekunde dauern. Dann gebe ein erneutes LRLRLR-Signal, dann nochmal.

Nach 3 Augensignalen zähle ich weiter und denke kurz daran, mir das Schlaflabor anzusehen. Ich trübe ein und nun beobachte ich eine Schildkröte am Bettende. Sie hat keinen Schlafanzug an, worüber ich sehr besorgt bin! Jede Schildkröte muss doch einen Schlafanzug tragen! In diesem Moment glaube ich, dass es totale Tierquälerei ist :D Ich werde von Kristoffer geweckt :)

Er ist recht happy, da es so früh mit dem Klartraum funktioniert hat. Eigentlich war nach ca. 6 Stunden ein WBTB mit MILD geplant, was zum Klartraum führen sollte. Ich schreibe meinen Traum auf (interessanteweiße erinnere ich mich an 4 Augensignale, obwohl es nur 3 waren, wie ich nach der Studie erfahre) und beantworte ein paar Fragen auf einem Fragebogen und MILDe dann wieder.

Gegen 06:00 Uhr werde ich geweckt. Ich erinnere mich an einen Traum, in dem ich in einem Art Innenhof bin. Gegen 06.30 Uhr lege ich mich schlafen und MILDe wieder.

Ich habe keinen KT mehr und Kristoffer weckt mich gegen 09:00 Uhr. Ich erinnere mich aber an einen Traum, in welchem ich mit Kappe vor dem Nachtsichtmonitor stehe und mich selbst beim Schlafen beobachte. Leider wurde ich nicht klar.

Und wieder geht es in den “3D-Raum” und die Elektroden werden erneut vermessen. Danach kann ich duschen, das Geld geht etwas schwierig aus den Haaren - man braucht SEHR VIEL Duschgeel. Ich habe bestimmt eine viertel Tube gebraucht!

Die erste Nacht war Top, der Druck ist nun weg. Kristoffer muss nun nach Holland zu einem Seminar und die nächsten Nächte wird Cecilia übernehmen. Gemeinsam mit Kristoffer (der ja nicht geschlafen hat) und Dr Marcel Pawlowski (Assistenzarzt der Psychiatrie, spezialisiert auf Biomarker im Schlaf-EEG. Er ist der Tutor des Projekts) gehen wir zum Feiern noch frühstücken.

schlaflabor_april2015_fruehstueck.jpg

Es entstanden interessnate Gespräche u.a. über Alpha-GPC.

Je nach dem, ob es also in Nacht zwei klappt, wird die dritte Nacht nicht mehr benötigt.

 

 

Nacht 2

Die Prozedur beginnt erneut, ich bekomme die Kappe und alle 128 Elektroden müssen gut leiten. Danach geht es wieder in den “3D-Raum” und es wird wieder ein 3D-Bild erstellt.

Ich kann mir in der zweiten Nacht die Software ansehen, mit der die Daten aufgezeichnet werden:

schlaflabor_april2015_software01.jpg

Blau sind die Augenbewegungen, Schwarz zeigt die Hirnaktivität, Rot ist der Muskeltonus (extrem hoch, da ich ja wach bin und mich bewege) und ganz unten in Grau sieht man meinen Herzschlag.

Ich lege mich ins Bett und mache viele RCs, suggeriere mir, dass ich heute einen Klartraum habe und bringe mich selbst in eine vorfreudige Stimmung. Ich hype mich sozusagen selbst und sage mir “Yeah, du hast heute einen Klartraum, es wird klappen und es wird total geil!” Ich merke richtig wie positive Gefühle und Vorfreude in mir aufkeimt.

Die Technik erkläre ich genauer hier: Erweiterte Autosuggestion: Betonung & Freude auf Kommando

Jetzt werden erneut grundlegende Kalibrierungstests durchgeführt, genau wie in der ersten Nacht.

Ich lege mich schlafen. Später werde ich wach und muss auf die Toilette. Ich stehe auf, mache einen RealityCheck der zeigt das ich nicht träume. Ich gehe in den Kontrollraum. Cecilia und zwei Schwestern sind da. Die Schwestern weisen mich darauf hin, dass ich nicht alleine aufstehen darf! Es geht speziell darum, nicht einfach die Verbindung der Kapel zu kappen. Das habe ich Gott sei Dank nicht getan! Cecilia stöpselt mich ab und ich gehe auf die Toilette. Danach werde ich wieder verkabelt und Cecilia zeigt mir die Klingelt, die ich betätigen soll, bevor ich aufstehe.

Jetzt träume ich vonm Schlaflabor, ich spreche mit Ärzten die mir sagen, dass ich nur noch 20 Minuten habe, um einen Klartraum zu erleben. Dann ist es 09:00 Uhr und ich müsste gehen. Ich träume nun von Freunden, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe.
Dann bin ich wieder im Schlaflabor und (ich träume immer noch) eine Schwester rammt mir eine kugelschreiberdicke Röhre in den Arm. Darin ist Beruhigungsmittel enthalten und etwas, dass mich klarträumen lässt. Ich werde ganz benommen und lege mich wieder ins Bett.

Hier ein Bild aus der zweiten Nacht:

schlaflabor_april2015_ich_schlafe.jpg

Ich schlafe (im Traum) und ein Arzt betritt den Raum, er übergiest mich mit Wasser. Er will mich aufschneiden, während ich träume. Ich bin leicht bewegungsunfähig, kann aber aufstehen und fliehen. Ich mache einen Nasen-RC und werde klar. Ich gebe das Augensignal LRLRLR, warte 10 Sekunden, wieder LRLRLR, warte 10 Sekunden (ich glaube hier aufgewacht zu sein), gebe LRLRLR, warte 10 Sekunden und gebe LRLRLR. Ich mache einen Nasen-RC und merke, das ich wach bin.

Hier bin ich sehr enttäuscht, da ich glaube, ALLE Augensignale im Wachzustand gegeben zu haben. Cecilia betritt den Raum und ich schreibe den Traum auf. Ich frage Cecilia, ob die Augensignale im Traum oder Wachzustand stattgefunden habe. Sie klärt mich auf, dass alles im Traum stattgefunden hat und dass ich die 10 Sekunden sehr genau eingehalten habe. Cecilia meint, dass wir das geplante WBTB nun ausfallen lassen können.

Hier ein Bild der Augensignale aus der zweiten Nacht:

schlaflabor_april2015_software02.jpg

Ich freue mich total, Klartraum Nr 2 ist geschafft!

Der Traum wird notiert und ich lege mich wieder schlafen. Jetzt ist es gewiss, dass ich keine dritte Nacht im Schlaflabor verbringen werde. Dies weckt meinen Ehrgeiz! Ich will 3 Klarträume, auch wenn ich nur 2 Nächte zur verfügung habe. 

Ich schlafe ein und träume von meinem alten Kinderzimmer. Als ich aus dem Fenster sehe, erblicke ich den Saturn und einen anderen Planeten am Himmel. Beide sind rießen groß, ca. fünf mal so groß wie der Mond, und sie sehen Comicartig aus. Ich werde klar!

Ich gebe das Augensignal LRLRLR warte 10 Sekunden, LRLRLRLR (eins zu viel), 10 Sekunden, LRLRLR, 10 Sekunden LRLRLR, 10 Sekunden, LRLRLR und wache auf.

Cecilia betritt den Raum und ich schreibe den Traum auf, ich erinnere mich aber nur an 3 Augensignale. Ich erzähle ihr von dem zu viel gegeben LR Signal. Sie bestätigt mir alle Ungereimtheiten. Sie merkt noch an “You can stop now, we have enough data!” :D Ich soll jetzt also aufhören klar zu träumen, sie konnten genug Daten sammeln :D

Es ist geschafft! 3 Klarträume und das in nur zwei Nächten! Ich bin total happy!

schlaflabor_april2015_minicamera1.jpgschlaflabor_april2015_minicamera2.jpg

Ich schlafe weiter und gegen kurz vor neun weckt mich Cecilia. Wir gehen erneut in den 3D-Raum und die Positionen der Elektroden werden gemessen. Wir unterhalten uns über K-Komplexe und Spindeln, Vorkommnisse im Schlaf, und ich frage sie darüber sehr genau aus :D

Cecilia meint, dass ich interessanterweiße nach dem ersten Klartraum bereits nach 10 Minuten direkt in die REM-Phase eingestiegen bin. Sie meint, das war sehr unewöhnlich und wirkte so, als hätte ich willentlich und bewusst die REM-Phase ausgelöst. Sie freut sich auf die Auswertung meiner ungewöhnlichen Schlafdaten.

Es geht zurück ins Schlaflabor und die Kappe kommt ab. Ich gehe duschen und wasche mir das ganze Gel aus den Haaren. Die 3te Nacht werde ich wieder im Schlaflabor verbringen, aber ohne jegliche Aufzeichnungen. Am Montag habe ich dann früh morgens ein MRT, da freue ich mich schon drauf!

 

 

Nacht 3

Ich kann mich unverkabelt schlafen legen. Lustigerweise schlafe ich in dieser Nacht schlecht ein. So als könnte ich ohne Kappe nicht mehr schlafen :D

Am Morgen wird das MRT gemacht, doch darüber berichte ich ausführlich in einem anderen Blogbeitrag. Alles in allem war es ein TOP Wochenende und hätte wohl nicht besser laufen können! Ich habe sehr viel über meinen Schlaf und andere, aktuelle Klartraumstudien gelernt!

Ich möchte mich nochmal recht herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken:
Danke Kristoffer für die spannenden Gespräche, ich freue mich schon auf deine nächsten Studien (Teilnahme steht schon fest! Ich bin dabei!), danke Cecilia auch für die spannenden Gespräche (und den Kuchen, der war wirklich super lecker), danke an die Nachtschwestern die beim verkabeln geholfen haben und natürlich danke an Dr. Martin Dresler, Dr. Marcel Pawlowski, Prof. Dr. Axel Steiger und das ganze Max-Planck Institut für Psychiatrie!

Schlaflaborbesuch #3 - Ab nach München!

Datum25. Mär. 2015
Views: 2302 | Kommentare: 0


Im April geht es für mich ein drittes Mal ins Schlaflabor :)

Diesmal nicht nur eine sondern gleich drei Nächte! Mehr Infos sind noch nicht bekannt, aber da werde ich noch informiert.
Ich freue mich schon rießig drauf und hoffem dass es mit den Klarträumen klappt :)

Grüße
Simon

Das Max-Planck-Institut München sucht erfahrene Klarträumer!

Datum 5. Mär. 2015
Views: 3003 | Kommentare: 2


Das Max-Planck-Institut in München sucht erfahrene Klarträumer für eine 3 “Nächtige” Studie. Man muss dazu drei Nächte im Schlaflabor verbringen, am Tag hat man frei :)

Es gibt eine Aufwandsentschädigung von 175 €, es lohnt sich also auch wenn man von weiter weg kommt :)

Alle Infos gibts in diesem PDF :)

Klartraumstudie Max-Planck-Insitut München [0.1 Mb] (279 x heruntergeladen)

Eine weitere Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment 2

Datum 5. Apr. 2014
Views: 4230 | Kommentare: 2


Die Reise ins Schlaflabor beginnt um 12.30 Uhr. Mit ein wenig Verspätung trifft mein Zug ein. Um mir die 4,5 Stunden zu vertreiben höre ich zuerst Musik, dann lese ich das Buch Klartraum: Sind Sie schon mal geflogen? von F.P. Ich habe es sehr schnell durch, es hat nur 46 Seiten. Ein Review dazu wird noch folgen.

Weiter gehts mit einer geführten Meditation die ich vor langer Zeit auf meinem MP3-Player gespeichert hatte. Hier wähle ich als Mantra das Wort Klartraum.

So ohne Vollbart fühle ich mich irgendwie nackt. Dieser musste weichen, da unter anderem am Kinn Elektroden angebracht werden. “Kein Bart” ist auch ein Thema, welches in meinen Träumen vorkommen könnte.
Schlafen will ich im Zug nicht, da ich ja heute früh ins Bett muss.

In Mannheim angekommen treffe ich mich mit Honigpandabärchen aus dem KT-Forum in einem Kaffee. Wir reden übers Klarträumen.

Viel zu früh komme ich im ZI an. Ich lese noch ein wenig, diesmal nicht klartraumrelevant. Um kurz nach 20 Uhr bekomme ich von Melanie Schädlich, der Doktorandin die ihre Doktorarbeit zum Thema “Motor Learning” schreibt, eine SMS, sie ist schon vor Ort. Ich gehe ein Stockwerk tiefer ins Schlaflabor.
In meinem letzten Beitrag berichtete ich, dass das L von Schlaflabor weggekratzt wurde. Dies wurde nun ersetzt.

blog_sl2_schaflabor2.png

Ich treffe auf Melanie und wir unterhalten uns übers Klarträumen, da es noch zu früh zum Schlafen ist. Wir reden unter anderem über WILD und das mir WILD einfach nicht liegt.
Schnell noch in den KT-Forum Chat schauen und schon gehts los.

Ich muss Fragebögen ausfüllen und danach mit meiner nicht dominanten Hand (links) Darts werfen.
Die Dartscheibe hängt im leeren Flur vor dem Schlaflabor. Ich stelle mich an die Markierung auf dem Boden und werfe meine Pfeile. Ich bemerke einen Linksdrall, es ist einfach ungewohnt mit Links etwas zu tun.

blog_sl2_dart.jpgblog_sl2_dart2.jpg

Dies muss ich dann im Klartraum und am nächsten Morgen wiederholen.
Es soll so ermittelt werden, ob man sich im Klartraum durch Übung verbessern kann.
Nun werde ich verkabelt, die 8 Elektroden werden meinem Kopf angebracht.

blog_sl2_elektroden2_.jpg
blog_sl2_kabel2.jpg
Dieses kleine Kästchen liegt neben meinem Kissen, die Kabel führen zu den Elektroden an meinem Kopf.

Zuerst werden meine Augenbewegungen im Wachzustand getestet. Durch LinksRechtsLinksRechts-Blicke soll ich im Klartraum meine Klarheit signalisieren. Mache ich die Augenbewegungen im Klartraum, führe ich sie synchron im Wachleben aus. Dies wird von den beiden Elektroden neben meinen Augen registriert und aufgezeichnet.

Um 22:26 Uhr gehen die Lichter aus. Gefühlt kann ich 1 Stunde nicht schlafen. Wie sich herausstellt, bin ich innerhalb von 11 Minuten eingeschlafen.

Ich durchlaufe 3 REM-Phasen: 00:33 Uhr - 7 Minuten
02:42 Uhr - 11 Minuten
03:59 Uhr - 7 Minuten

Nach der dritten Phase weckt mich Melanie über die Sprechanlage. Ich glaube im ersten Moment nicht geschlafen zu haben. Dann erinnere ich mich an einen Traum: Ich muss Sprungfedern in einer Rastafarimütze anbringen, welche dann meinen Gleichgewichtssinn verbessert.
Die Mütze steht wohl für die Elektroden am Kopf.

Die Lichter gehen an und ich notiere meinen Traum.
Melanie beredet eine Anomalie meines Schlafes: Bei mir treten Alphawellen auf (typisch für Schlafphase 1) UND K-Komplexe und Spindeln (typisch für Stadium 2), beides zusammen sollte nicht auftreten.
34 Minuten bin ich wach und wir reden über Träume. Dann gehts ins Bett und MILDe. Jetzt brauche ich 26 Minuten um einzuschlafen, diesmal kommt es mir viel kürzer vor.

Um 06:38 und 10 Sekunden ist es so weit! Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. 15 Sekunden später die Bestätigung! Das zweite LRLRLR-Signal! Was war in meinem Traum passiert?

Ich träume vom Schlaflabor. Melanie sitzt neben meinem Bett auf einer Bank. Sie will mir einen Trick verraten, wie ich WILD ganz einfach erlernen kann und mit dem es immer klappt. Während ich den RealityCheck mache, weiß ich schon des es ein Traum ist. Ich gebe das erste LRLRLR-Signal. Ich gehe aus dem Raum durch den im Traum viel kleineren Nebenraum raus auf den Flur. Die Dartscheibe ist da und auch die Markierung am Boden. Die Entfernung ist geschätzt der im WL gleich.

blog_schlaflabor_klartraum_EEG_LRLRLR_augenbewegungen.jpgIch werfe die ersten 5 Pfeile, es sind Luftpfeile die ich spüre aber nicht sehe. Dennoch weiß ich aber irgendwie, dass ich gut bin. Nach 5 Pfeilen gebe ich ein LR-Signal. Mir fällt auf, dass ich mit rechts geworfen habe, der falsche Hand…
Ich will nun die Pfeile auch sehen und greife sie mit der linken Hand aus der Luft. Sie sind dunkel und sehen wie die Pfeile aus mit denen ich am Abend geübt habe.

Nun werfe ich mit links und gebe nach je 5 Pfeilen ein LR-Signal. Plötzlich ist die Scheibe voll und ich gehe hin und wische die Pfeile weg. Einmal hole ich sie mir sogar von der Scheibe wieder, was ja eigentlich völlig unnötig ist.
Die Dartscheibe sieht für ein paar Augenblicke komisch aus: Die Mitte ist nun links oben und sieht wie ein Strudel aus. Blitze aus Plastik sind darauf. Ich ziele aber auf die wirkliche Mitte der Dartscheibe. Nun sieht die Scheibe wieder normal aus. Im Klartraum habe ich das Gefühl, besser zu werfen als am Abend im Wachleben. Ich fühle den gleichen Linksdrall.
Nach ca. 30 Pfeilen (ich zähle nicht mit, was ich aber sollte) fühlt sich mein Arm müde an. Aus der Scheibe wird nun ein Fernseher. Ich werfe noch 5 Pfeile auf den Fernseher und freue mich, dass es geklappt hat. Ich trübe ein und Träume von einer Soap und etwas von einem Motor (danke Panda!). Nun wache ich auf.

Ich berichte Melanie über die Sprechanlage von dem Klartraum. Vom ersten LRLRLR-Signal bis zum Aufwachen sind 5 Minuten vergangen.

Melanie bestätigt mir die Augensignale und auch die gegebenen Zwischensignale nach jeweils 5 Pfeilen. Ich bin total happy das es geklappt hat. Ich schlafe nun weiter bis halb 9, soll aber nicht mehr Dart spielen. Ich träume trübe von einer Jacke für 140 Euro.

Am Morgen werde ich abgestöpselt und wasche mir die Elektrodenpaste aus den Haaren (die klebt ganz schön, ist aber wasserlöslich)
Nun spiele ich erneut Dart. Es fühlt sich genauso an wie im Klartraum und am Abend zuvor.

Leider habe ich mich nicht verbessert, die Werte sind aber annähernd identisch. Dies macht aber nichts, da man erst nach vielen Probanden im Durchschnitt sagen kann, ob eine Verbesserung durch Üben im Klartraum möglich ist.
Ich habe aber das Gefühl am Morgen hektischer zu spielen als am Abend und als im Traum. Ich muss noch einen Fragebogen ausfüllen und dann sind wir fertig.

Alles in Allem war der Besuch im Schlaflabor ein voller Erfolg!

PS. So sehe ich aus, wenn ich schlafe:
blog_sl2_schlafen_im_schlaflabor2.png

Morgen gehts wieder ins Schlaflabor!

Datum27. Mär. 2014
Views: 3156 | Kommentare: 0


Morgen ist es wieder so weit, wie bereits berichtet geht es zum zweiten mal ins Schlaflabor!
Ich freue mich schon sehr auf das Experiment und habe mir schon einige Frage überlegt. (Y)

Hier findet ihr meinen letzten Besuch im Schlaflabor. Natürlich werde ich auch ausführlich von diesem Besuch berichten :)

Ab ins Schlaflabor… die Zweite!

Datum11. Mär. 2014
Views: 3214 | Kommentare: 2


ticket_gekauft.jpg

Auf ein Neues ins Schlaflabor nach Mannheim! Wieder geht es für mich ins Zentralinstitut für Seelische Gesundheit nach Mannheim. Mein letzter Besuch im Schlaflabor war schon sehr aufschlussreich, ich freue mich auf den Nächsten!

Diesmal für Melanie Schädlich, welche für ihre Doktorarbeit luzide Träumer benötigt. Wer noch teilnehmen will, kann ihr gerne eine E-Mail schreiben, alle Infos findet ihr hier.
Auch nicht-Klarträumer können teilnehmen :)

Natürlich werde ich auch dieses mal ausführlich von meiner Nacht im Schlaflabor berichten.

Klarträumer fürs Schlaflabor gesucht!

Datum 2. Mär. 2014
Views: 4233 | Kommentare: 3


Die Diplom-Psychologin Melanie Schädlich sucht Klarträumer und Nicht-Klarträumer für eine Klartraumstudie in Mannheim. Wer also eine Nacht im Schlaflabor verbringen will, sei herzlich eingeladen eine E-Mail an Frau Schädlich zu schreiben:

melanie.schaedlich@issw.uni-heidelberg.de

Die Studie läuft bis Herbst evtl. bis Ende des Jahres, wie mir Frau Schädlich mitteilte. Ich mache natürlich wieder mit, das Schlaflabor im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit kenne ich ja bereits: Eine Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment.

Hier ein Auszug aus dem E-Mail Verkehr mit Frau Schädlich:

Die Studie läuft ab jetzt bis Herbst oder sogar bis Ende des Jahres. Das Schlaflabor zieht leider demnächst aus dem ZI aus, deswegen gibt es einen Zeitraum, in dem ich keine Daten erheben kann. Außerdem erhebe ich nur an Wochenenden (Freitag- und Samstagnacht) - es ist also noch viel Zeit.

In der Studie geht es darum, zu schauen, ob das Üben motorischer Aufgaben im Klartraum einen Effekt hat. Es gibt drei Gruppen: eine Gruppe Klarträumer und zwei Kontrollgruppen. Alle Probanden spielen abends und morgens Darts mit der nicht-dominanten Hand. Die Klarträumer sollen versuchen im Klartraum zu üben und davor und danach Augensignale geben. Um das Klarträumen zu erleichtern, werden sie aus einer REM-Phase geweckt und mind. 30 Minuten wach gehalten (WBTB). Sie können dann mit dem zuvor berichteten Traum arbeiten oder sich auf ihre eigene Art auf das Klarträumen vorbereiten. In den beiden Kontrollgruppen werden die Probanden auch nachts geweckt und üben in der einen Gruppe physisch, die andere Gruppe übt gar nicht. Das Schlaflabor ist in Mannheim und das Experiment dauert von ca. 21.30 Uhr bis max. 11 Uhr des Folgetags. Die Probanden schlafen mit EEG-Elektroden am Kopf und ich sitze im Nachbarzimmer und überwache die Aufzeichnung. Fahrtkosten werden erstattet und es gibt eine Aufwandsentschädigung von 30 €.

ZEO Sleep Manager - Schlafphasenwecker: Einführung

Datum 4. Feb. 2014
Views: 8308 | Kommentare: 8


Einführung

 

Der ZEO Sleep Manager ist ein Schlafphasenwecker der Firma ZEO Inc, welche Anfang 2013 leider Konkurs anmelden musste.
Den ZEO gibt es in zwei Varianten:

  • Bedside
  • Mobile

Wie die Namen schon erahnen lassen ist die “Bedside Variante” zum neben das Bett stellen gedacht und dadurch auch größer. Die Mobile Variante ist kleiner, es fehlen aber einige Funktionen und Möglichkeiten.

Ich besitze die Bedside Variante warauf sich der folgende Blogbeitrag auch stützt.

Mit dem ZEO kann man über ein Kopfband, welches man beim Schlafen trägt, seine Schlafphasen messen, aufzeichnen und am Wecker oder Computer auswerten. So erhält man sein persönliches Schlafprofil und kann dadurch sein Schlafverhalten verstehen und verbessern.

ZEO_Wecker_aktiv.jpg
Der ZEO Wecker zeigt im unteren Bereich die zuletzt aufgezeichneten Schlafdaten.

ZEO_Display.jpg
Das Männchen mit dem Headband zeigt an, dass das Headband Daten an den ZEO sendet.
Gleichzeitig sehen wir den ersten Balken der Schlafphase, der hier eine Wachphase anzeigt.

Die Helligkeit des Displays lässt sich angenehm regulieren, so muss niemand bei blauer Beleuchtugn schlafen. Das Kopfband misst an der Stirn über drei Elektroden die Gehirnwellen und kann so festellen, in welcher Schlafphase sich der Schlafende gerade befindet. Dieses EEG ist die genauste und beste Methode, die Schlafphasen zu ermitteln. Handy-Apps tuen dies über den Lagesensor des Handys, welches auf der Matratze des Bettes platziert wird. Diese Methode ist sehr ungenau und nicht sehr zuverlässig.

Das Headband ist sehr angenehm zu tragen, man gewöhnt sich bereits nach einer Nacht daran. Wichtig ist, die richtige Länge des Kopfbandes einzustellen. Durch einen Klettverschluss geschieht dies stufenlos und sehr leicht. Das Headband darf nicht zu leicht sitzen, da es sich sonst Nachts lösen könnte. Sitzt es zu fest, ist es unbequem. Doch hat man einmal die richtige Länge gefunden, stört das Kopfband nicht mehr.

ZEO_Headband.jpgZEO_Headband_Elektroden.jpg
Bild 1 Zeigt das Kopfband von vorne. | Bild 2 zeigt die drei Elektroden zur Messung der Gehirnwellen.

Der ZEO hingegen ist hier mit seinen drei Elektroden klar im Vorteil. Die Schlafphasen werden korrekt erkannt, da sie anhand der Gehirnströme abgeleitet werden. Das Headband ist natürlich ohne Kabel mit dem Wecker verbunden, es ist also bei weitem angenehmer als die Elektroden eines EEGs im Schlaflabor. Nach der Benutzung sollte das Kopfband zurück auf die Ladestation am Wecker gelegt werden, hier wird es von zwei Magneten in Position gehalten.

 

Diese Schlafdaten kann man am Wecker selbst auswerten, oder man transferiert die Daten von der Mini-SD Speicherkarte des ZEOs auf seinen Computer. Ein Adapter von Mini-SD zu USB und die 2GB große Speicherkarte selbst sind im Lieferumgang enthalten. Am Computer lassen sich die Daten mit dem ZEO Decoder Viewer auswerten.

ZEO_Decoder_Viewer.png
Auswertung der Schlafdaten mit dem ZEO Decoder Viewer.

Download: ZeoDecoderViewer 02.a.2 (353 x heruntergeladen)

Hierfür muss aber zuvor zwingend eine neue Firmware auf den ZEO gespielt werden. Das Modding des ZEO inkl. der verschiedenen Firmware-Versionen behandle ich im zweiten Teil dieser Blogserie. Keine Angst, der ZEO ist sehr einfach gemodded und bietet dadurch viele Möglichkeiten für Experimente.

 

Die Elektroden des Kopfbandes müssen nach einiger Zeit ausgetauscht werden, da sie sonst falsche Werte ablesen. Durch den Konkurs von ZEO Inc. kann leider kein Nachschub gekauft werden, dennoch gibt es eine Lösung: Das Kopfband in der DIY-Variante.

Mitgeliefert wird ein Adapter für den Stecker, da der Originalstecker nicht für Deutschland konzipiert sind.

ZEO_Stecker_und_Adapter.jpg
Der weiße Adapter ermöglicht erst dem ZEO in Deutschland Saft zu geben.

Trotz dieser kleineren Hürden ist der ZEO einfach unschlafbar unschlagbar! Man erfährt sehr viel über seinen Schlaf:

  • Einschlafdauer
  • Anteil der einzelnen Schlafphasen
    • leichter Schlaf
    • Tiefschlaf
    • REM-Schlaf
      (Die Schlafphasen werden unterschiedlich eingeteilt, diese Einteilungen variieren von 3 - 5 Schlafphasen)
  • Wachphasen in der Nacht
  • Schlafdauer

Besonders dem Klarträumer bietet der ZEO große Vorteile und Möglichkeiten zum experimenteiren. Wacht er z. B. aus einem Klartraum auf, während er das ZEO Kopfband trägt, kann er überprüfen, in welcher Schlafphase der KT stattgefunden hat. Üblich sind die Klarträume in der REM-Phase, dies ist die haupt Klartraumphase , dennoch sind aber Klarträume auch in allen anderen Schlafphasen möglich.

Wer sich für seinen Schlaf interessiert, dem kann ich den ZEO Bedside nur ans Herz legen.
Diese Diskussion findet sich auch hier im KT-Forum.
Es werden noch weitere Blogbeiträge über den ZEO folgen:
ZEO modding
ZEO experimente
ZEO software

Online Klartraumexperiment - Auch Nicht-Klarträumer sind gefragt!

Datum30. Sep. 2013
Views: 3720 | Kommentare: 0


Tadas Stumbrys, den ich im Schlaflabor bereits kennenlernen durfte, startet ein neues Klartraumexperiment. Diesmal muss man nicht nach Mannheim, man kann das Experiment online absolvieren:

 

Lucid dreamers wanted for an online motor learning experiment (non-lucid dreamers can participate too!)

Dear dream enthusiasts,

We, lucid dream researchers at Heidelberg University in Germany, are starting a new online study on motor learning in lucid dreams and are looking for participants.

Lucid dreams are dreams in which the dreamer is aware that he or she is dreaming and can influence dream content.

Firstly, we are looking for frequent lucid dreamers (who have lucid dreams a few times a month or more often). They will be asked to practice a simple motor task (finger tapping) in their lucid dream for as long as they can.

Further, we will be looking for other participants who are not necessary lucid dreamers. They will be assigned to one of three our other groups: (1) physical practice group, (2) mental practice group or (3) no practice group. Participants in physical or mental practice groups will be asked to practice the motor task either physically or just in their minds after awakening at a certain time during the night. Participants in the no practice group will not need to do any practice.

All participants will be asked to do a brief pre-test of the motor task in the evening and a brief post-test in the morning.

If you are interested to participate, please fill an initial questionnaire: http://lucid.lt/limesurvey/index.php?sid=87792. Further information will be sent by email.

Please note that initially we are recruiting frequent lucid dreamers. Participants in other three groups will start the experiment a bit later (however you can register and fill the initial questionnaire right now, we will just send you the information later!)

If you have any questions, please contact tadas.stumbrys@issw.uni-heidelberg.de

Thank you very much for your help in advancing lucid dream research! It is very much needed and appreciated!

Tadas Stumbrys
Heidelberg University
E-mail:  tadas.stumbrys@issw.uni-heidelberg.de
Website: www.stumbrys.com

Eine Nacht im Schlaflabor - Klartraum-Experiment

Datum26. Mär. 2013
Views: 5259 | Kommentare: 3


Ich sitze im Zug und bin auf dem Weg nach Mannheim zum Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Dort habe ich mich mit Tadas Stumbrys verabredet. Insgesamt bin ich ca. 6 Stunden unterwegs. Ich mache viele RCs um mich schon mal auf den heutigen Klartraum im Schlaflabor einzustimmen.

Endlich angekommen suche ich zuerst das Zentralinstitut und verschaffe mir eine grobe Orientierung. Danach streife ich noch ein wenig in Mannheim umher, kehre dann aber doch viel zu früh mit großer Vorfreude zum Zentralinstitut zurück.

Schlaflabor_Lageplan.jpgIch wähle Tor Nummer 1 und frage den Pförtner, ob ich für das Schlaflabor im richtigen Gebäude bin. Der Pförtner bejat und erklärt mir, ich müsste ein Stockwerk tiefer. Natürlich bin ich viel zu früh. 21:30 Uhr habe ich mit Tadas ausgemacht. Er ist Doktorand am Institut für Sportwissenschaften in Heidelberg.

Um die Zeit rum zu kriegen, lese ich ein wenig. Nichts klartraumrelevantes, ich will es ja nicht übertreiben. Gegen 21:00 Uhr gehe ich ein Stockwerk tiefer in das Untergeschoss. Die Tür zum Schlaflabor ist abgeschlossen, ich sehe einen Schalter mit der Aufschrift “Klingel”. Ich klingle und sofort kommt mir der Gedanke in den Sinn, dass ich ja ein Experiment stören könnte… aber wer schläft schon im 21:00 Uhr? Niemand öffnet, ich bin ja noch zu früh.

Als ich mich umsehe, entdecke ich, dass jemand am Informationsschild das erste L aus „Schlaflabor“ entfernt hatte.

Mit einem Filzstift wurde dies wieder hinzugefügt. Für ein Schaflabor hätte ich diese weite Reise nicht auf mich genommen, denn nur die dümmsten Kälber suchen sich ihre Metzger selber :)

Schlaflabor_Schaflabor.jpg

Gegen 21:15 Uhr schreitet Tadas, den ich anhand eines Fotos von seiner Website erkenne, und ein Kollege, die Treppe zum Schlaflabor hinab. Tadas vermutet bereits, dass ich der heutige Proband bin. Ich reiche ihm die Hand und stelle mich vor, ebenso tu ich dies bei seinem Kollegen. Dieser wirkt sehr verwundert und wie sich herausstellt, ist dies kein Kollege von Tadas… er kennt diese Person überhaupt nicht. Der unbekannte Herr verlässt das Untergeschoss und ich fühle mich doch ein wenig wie ein Schaf im Schaflabor.

Die Situation ist schnell geklärt und jetzt erst recht amüsant, kann ja mal passieren. Wir betreten das Schlaflabor, welches in mehrere kleine Zimmer aufgeteilt ist. Ich betrete mein Quartier für die Nacht und ich bekomme ein paar Fragebögen zum Ausfüllen. Ich sehe mich in meinem Zimmer um: An der Decke hängt eine Kamera, die natürlich auf mein Bett gerichtet ist. Neben dem Bett erklärt der King persönlich, wo die Elektroden angebracht werden.

Schlaflabor_Kamera.jpg  Schlaflabor_King.jpg
Schlaflabor_Bett.jpg

Es erfolgt nun ein Test, auf den ich nicht genau eingehen kann, da die Studie noch andauert. Ich will keine wichtigen Details verraten und vorab Leute beeinflussen. Ziel ist ist, die Verbesserung von motorischen Fähigkeiten durch Klarträume zu belegen. Diesen Test muss ich heute im Klartraum wiederholen und nach dem Erwachen erneut ausführen. Dadurch zeigt sich, ob ich mich durch das Üben im Klartraum verbessert habe.

Anschließend mache ich mich „Bettfertig“ und Tadas beginnt die Elektroden in meinem Gesicht und an meinem Kopf zu befestigen. Wir unterhalten uns sehr angeregt über das Klarträumen, er erzählt mir von seiner Arbeit mit Daniel Erlacher und einer Begegnung mit Stephen LaBerge (ausgesprochen mit „weichem Ä“, LaBärsch. Endlich! Die Unsicherheit bei der Aussprache hat ein Ende!). Wir unterhalten uns über die Faszination des Klarträumens und über unseren ersten Klartraum. Er erzählt mir u. a. von einem Experiment, bei dem bestimmte Gehirnregionen über leichte, elektrische Stimulation Klarträume auslösen soll.

Ein weiteres interessantes Thema das Tadas aufbrachte: Traumfiguren können zum Großteil “Gedanken lesen“. Der Klarträumer hat hinter seinem Rücken eine bestimmte Anzahl an Fingern ausgestreckt. In den meißten Fällen gaben die Traumfiguren die richtige Anzahl der Finger an. “Gedanken lesen” ist natürlich übertrieben, aber Traumfiguren scheinen Zugriff auf die Gedanken, das Wissen des Träumers zu haben.

Es fehlen noch zwei Elektroden am Oberkörper, um den Herzschlag zu messen. Die Zeit zum anbringen der Elektroden verstreicht mir natürlich viel zu schnell.

Schlaflabor_Elektroden.jpg

Natürlich trage ich ein KT-Forum T-Shirt, das bringt mir Glück :)

Jetzt werden erstmal die Elektroden überprüft. Tadas verlässt das Zimmer und kommuniziert mit mir über ein Intercom. Sitzt alles richtig, werdend die Augenbewegungen deutlich angezeigt usw. Ich muss nach oben schauen, nach unten, links und rechts, Augen öffnen, schließen, mit den Zähnen knirschen…

Danach ist Bettruhe. Ich schlafe sehr schwer ein, die Kabel sind ungewohnt und engen mich in meinen üblichen Drehmanövern beim Einschlafen ein. Drei mal erlebe ich das Bekannte „Zucken / Stolpern / Fallen“. Ich schlafe nach einer gefühlt viel zu langen Zeit ein und erlebe prompt einen Klartraum:

Es ist sonnenhell im Schlaflabor. Ein Mann betritt das Schlaflabor, er hat lange dunkle Haare. Er zockt auf einer Konsole. Ich sage ihm, ich müsste eigentlich träumen. Er ist überrascht und entschuldigt sich, mich von meiner Arbeit abzuhalten. Ich sitze ihm nun irgendwie gegenüber und er spuckt mir Cola ins Gesicht, es fühlt sich an wie Gummibärchen die auf meiner Haut kleben. (Dies sind eindeutig die Elektroden, die ich in das Traumgeschehen einbaue.) Er entschuldigt sich, dass er so reingeplatzt ist. Ich sage, es sei doch lustig wenn ich jetzt wirklich schon träumen würde. Ich mache einen Nasen Rc und werde klar.

 

Dauer: 2-3 Sekunden
Klarheit: Sehr Gut
Kontrolle: Gut

 

Ich freue mich über den KT und möchte meine Klarheit durch die LRLRLR (Links Rechts etc.) Augenbewegungen signalisieren. Ich bin sehr aufgeregt und wache auf.

Der Klartraum dauerte leider nur wenige Sekunden. Tadas meldet sich über das Intercom ob ich wach bin, ich erzähle ihm von meinem Klartraum und dass dieser leider zu kurz war. Tadas betritt den Raum, jetzt beginnt die Wachphase des WBTB. Es ist nun 4 Uhr und ich notiere meinen Traum. Ich suche nach DreamSigns und beschäftige mich mit dem Traum.

Ich bin guter Dinge, aber auch enttäuscht, es so kurz vor dem Ziel doch nicht geschafft zu haben… Ich lege mich nun wieder schlafen und praktiziere MILD. Wieder kommt es mir vor, als würde ich kaum schlafen. Tadas weckt mich nun mehrmals nach meinen REM-Phasen, ich erinnere mich an meine Träume, werde aber währenddessen nicht mehr klar.

Am Morgen um 8 ist alles vorbei. Tadas, der die ganze Nacht wach war, weckt mich. Die Elektroden werden entfernt. Ich wiederhole den Test vom vorangegangenen Abend. Die Daten sind dennoch brauchbar, ein kompletter Erfolg wäre aber mir und sicher auch Tadas lieber gewesen.

Interessiert frage ich Tadas, ob ich mir mal meine Schlafdaten ansehen darf.

Schlaflabor_Daten1.jpg

Immer noch im Haar: Wasserlöslicher Kleber für die Elektroden. Keine Sorge, einmal Haare waschen und es bleibt nichts zurück :)

Schlaflabor_Daten2.jpg

Die rote Linie im oberen Bild zeigt den Muskeltonus, der am Kin gemessen wird. Der Ausschnitt zeigt eine REM-Phase, in der ich gelähmt bin, darum gibt es keinen Ausschlag. Oberhalb der roten Liene sieht man die REM typischen Augenbewegungen. Unterhalb der roten Linie wird der Herzschlag angezeigt.

Tadas erklärt mir, das bis vor wenigen Jahren noch alle Kurven ausgedruckt wurden. Da kommt bei einer Nacht viel Papier zusammen und es war besonders viel Arbeit, einen bestimmten Zeitpunkt auf dem langen Ausdruck zu finden.

Ich bin etwas enttäuscht von meinem “halben Erfolg”. Es war aber dennoch einer super Erfahrung, ich habe mich sehr angeregt mit Tadas unterhalten und einen faszinierenden Einblick in die Schlafforschung erhalten.

Zum Abschied schenkt mir Tadas eine Schachtel mit Pralinen. Die Erfahrung im Schlaflabor war mir Geschenk genug. Ich bedanke mich bei ihm herzlich und mache mich auf die Heimreise.

Wer weiß, vielleicht versuche ich es ja nochmal… die Studie dauert noch an.

Teilnehmer gesucht: Bewegungslernen im Klartraum - Ein Schlaflaborexperiment

Datum18. Feb. 2013
Views: 5404 | Kommentare: 0


Die Universität Heidelberg sucht Klarträumer, die im Schlaflabor in Mannheim an einem Experiment teilnehmen.

Die Studie befasst sich mit dem “Bewegungslernen im Klartraum”. Der Klarträumer muss eine bestimmte Bewegung (Finger-Tapping) im Klartraum ausführen. Gesucht werden Klarträumer, die regelmäßig (mehrmals im Monat) klarträumen.

Sie verbringen dann eine Nacht im Schlaflabor (Termine sind flexibel, auch am Wochenende möglich) und versuchen über WBTB kombiniert mit MILD einen Klartraum zu erlangen.

Ich habe es mir erlaubt, die PDF hier anzuhängen. Schickt bei Interesse eine E-Mail an Herrn Tadas Stumbrys unter: tadas.stumbrys@issw.uni-heidelberg.de

Ich selbst habe bereits angefragt und hoffe auf darauf, am Experiment teilnehmen zu können. Ich wollte schon immer ein Schlaflabor von innen sehen und hoffe auf eine positive Antwort.

Traut auch, so eine Chance ergibt sich nicht jeden Tag!

PDF mit allen Infos (ggf. Rechtsklick -> Speichern unter)

—————————————————

Du trainierst im Klartraum eine Sportarten oder spielst ein Musikinstrument?

Dann melde dich bei Dipl.-Psych. Melanie Schädlich. Frau Schädlich sucht Klarträumer die eine Sportart oder ein Musikinstrument im Wachleben trainieren / spielen und diese Fähigkeiten im Klartraum verbessern.

Ein Gespräch findet bei Interesse telefonisch oder per Skype statt.

PDF mit allen Infos (ggf. Rechtsklick -> Speichern unter)

 

Eine Nacht im Schlaflabor

Das Experiment ist vorrüber, hier findet ihr meinen Bericht aus dem Schlaflabor :)