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Die Hofer'sche Traumanalyse

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Die Hofer'sche Traumanalyse

Beitragvon Hofer » 15.11.2013, 12:37

Nachdem meine Technik zur Analyse von Träumen gestern im Chat sehr gut angekommen ist, werde ich sie auch mal in diesem Forum vorstellen.

Die in esoterischen Kreisen oft verwendete "Technik" der Traumdeutung ist absoluter Unsinn und bringt kaum Erkenntnisse. Will man allerdings wissen, warum man gerade über Thema/Person X träumt, wie es zu bestimmten Traumhandlungen kommt und warum man im trüben Traum unterbewusst manifestierte Dinge tut (Bsp. vor einem Monster flüchten), so kann man das mit Hilfe der Hofer'schen Traumanalyse machen.

Analysiert man einen Traum, bevor man aufsteht bzw. deutet man ihn (ich meide explizit die Benutzung des Wortes "deuten", da man sonst sofort mit angesprochener Esoterik in Verbindung gebracht wird), so wird man einige Strukturen erkennen.

Ich habe die Theorie, dass alle Träume aufgrund folgender Punkte entstehen bzw. diese Punkte immer in einer Form beinhalten[1]:

  • Vorstellungen
  • Wünsche
  • Erfahrungen
  • Ängste
  • Erlebtes
  • Faktor X / Relevanz zur Sinnvolligkeit / Logik [2]

Ich werde dies nun mit einem Beispiel erläutern (ursprünglich war dies nur ein theoretisches):

Aus "Kann wer meinen schlimmsten Albträum deuten?" von Sabo (ich hoffe du bist damit einverstanden, dass dein Traum hier als Beispiel fungiert):
Ich war 7 als ich den Traum hatte:

Ich sass mit meinem damaligem besten Freund und einer Freundin aus der Schule vor dem altem Haus meiner Grossmutter, in dem ich einen grossen Teil meiner Kindheit verbracht habe.
Sie hat uns ihre neuen Schuhe gezeigt und mir ist aufgefallen das ich die gleichen Schuhe habe (Kann in dem alter vorkommen das Mädchen und Jungs, die gleichen Schuhe haben^^)
Ich habs gesagt und hab gesagt sie sollen warten, ich geh sie schnell holen. Ich hab also die Tür zum Haus meiner Grossmutter geöffnet und wenn man reingeht gibt es einen Minifloor mit 2. Türen. Die Tür links für ins Haus und die Tür gegenüber der Eingangstür führ in den Keller. Ich habe die Kellertür aufgemacht und hab die Schuhe im Kellereingang genommen. Links geht die Treppe in den Kelller runter.
Aus einen mir unerklärlichen Grund, habe ich plötzlich eine aufkommende Angst verspürt. Ich habe in die Dunkelheit des Kellers geschaut und plötzlich gespürt, dass da etwas ist. Ich bin schnell aus dem Kellereingang gegangen und hab die Tür zugemacht. Ich hab einen Moment die Tür angeschaut und plötzlich hörte ich ein "Bam Bam" "Bam Bam" und die Tür hat zu dem Geräusch gebebt, als würde etwas hinter der Tür versuchen sie aufzuschlagen. Ich bin in das Haus gerannt und habe dort die Tür zugemacht. Dann hörte ich wieder ein "Bam Bam" "Bam Bam" und ich sah wie die Tür, wie bei der 2. Tür das gleiche passiert wie bei der Kellertür. Es hat die 1. Tür also schon zerschlagen. Ich bin durch das Wohnzimmergerannt, durch die Gartentür und sah meine Familie, die am Tisch des Gartens sass und gegessen haben(solche Familientreffen gabs früher öfter). Für einen Moment habe ich mich durch ihre Anwesenheit wieder Sicher gefühlt, doch plötzlich hab ich gemerkt wie die 2. Tür schon zerschlagen wurde. Ich bin panisch weitergerannt und plötzlich kam von der Gartentür eine komische Gestalt hinausgerannt. Es war männlich und sah aus wie eine Mischung aus einem Zombie, einer japanischen Grudge und einer Art Boogeyman. Plötzlich sah ich alles aus einer Kameraperspektive. Ich sah mich, wie ich von ihm wegrannte, doch nur nach ein paar Meter hat es mich eingeholt, mich gepackt, ist ein bisschen weiter gerannt und plötzlich hat es seinen Kopf in die Richtung meiner Kameraperspektive gedreht und hat mich boshaft angegrinst und ich bin vor schrecken aufgewacht.

Was hat der Traum zu bedeuten? Ich hab gedacht, dass Es vieleicht eine Manifestation meiner früheren Angst vor dem Keller meiner Grossmutter war, aber für so eine kleine Angst, war der Traum doch ein bisschen zu heftig, ein bisschen zu sehr.


Zum Originalthread: http://www.luzider-traum.at/viewtopic.php?f=10&t=3453
---
Lassen wir den Traum mal auf uns einwirken, was fällt uns auf?
- Albtraum; Monster; Angst; Flucht; Erwachen vor Schreck

Einer der für die Analyse wichtigen Punkte kann man schon in diesem kurzem Exzerpt erkennen. Darauf kann man aufbauen. Folglich wird meine Traumanalyse in den Zitatblöcken dargestellt. Darunter Kommentare, wie ich zu der Analyse kam.

Vor allem im Kindesalter spielt die grundlose Angst im Albtraum die meiner Meinung nach größte Rolle. Viele, wenn nicht sogar alle, Kinder habe Angst vor der Dunkelkeit. Es ist dunkel, man sieht nichts, was könnte nun also im Dunkeln lauern.


Der Anfang wäre gemacht. Was folgt nun auf die Angst? Die Vorstellung und eventuell die Erfahrung!

Die Vorstellung und die Erfahrung kommen ins Spiel. Wer öfters Albträume hat bzw. hatte, weiß unterbewusst aus der Erfahrung, dass dort nur ein Monster sein kann. Bei der Vorstellung liegt es auch am nächsten, dass dort was potentiell Gefährliches oder Abstoßendes ist. Durch die Selbsterfüllende Prophezeiung kommt es dann so.


Der Träumer erwartet nun aus Erfahrung (von vergangen Albträumen) den Worst-Case. Die Vorstellung, wie die Situation dann wäre und wie man damit umgehen würde, führt zur Selbsterfüllenden Prophezeiung, währenddessen ist unser Träumer schon wieder von der potentiellen Gefahr weg, der Gedanke wird aber noch fertig gedacht. Der nächste Abschnitt des Traums beginnt.Der Worst-Case tritt ein.

Das limbische Gehirn wird aktiv (in der Theorie). Schock. Dann je nach Einschätzung der Gefahr, Flucht oder Kampf. In deinem Fall die Flucht. Wohin flüchtet man? An einen sicheren Ort, für gewöhnlich wird ein/das Haus damit assoziiert.


Dank der Evolution flüchtet unser Träumer. Der Wunsch nach Sicherheit wird relevant. Wo findet man Sicherheit? Erlebtes, Erfahrung und Logik (Logik im Traum in der Relation zur Wachwelt (wie würde man im Wachleben handeln?)) lassen den Träumer in das Haus flüchten.

Das Monster ist zu stark, das Haus nicht mehr sicher. Also schnell raus. Jetzt wünscht man sich etwas anderes, was einem Sicherheit gibt. Bei dir die Familie. Nun kommt auch dort ein Monster hin. Die Situation aussichtslos. Es folgt wieder die Flucht. Aber eine körperliche ist nicht mehr möglich. Also distanziert man sich vom Körper. Du hattest deine Perspektive gewechselt und warst nun Beobachter.


Der Vollständigkeit halber. Wieder treten die oben genannten Punkte in Bezug auf Sicherheit ein.

Das Monster "lächelt in die Kamera". So banal das klingen mag, aber in Kameras lächelt man für gewöhnlich für Fotos. Erfahrung und Erlebtes lässt grüßen. Die Logik ist beim Kind sicher nicht so ausgeprägt, wie beim Erwachsenen. Also warum sollte das Monster nicht wie jeder andere auch in die Kamera lächeln. Blöderweise interpretierst du das Lächeln als boshaftes Grinsen (vielleicht kann ein Monster ja nur so lachen). Es erschreckt dich und du wachst auf.


Die Analyse diesen Abschnitts mag nun Geschmackssache sein. Natürlich könnte das Monster boshaft grinsen, weil Monster aus Erfahrung Spaß am Leid anderer haben. Aber laut Tholey (oder war es LaBerge) soll man mit seinen Albtraum-Monstern ja friedlich umgehen, alles könnte ja nur ein Missverständnis sein. (Dazu gibt es sehr interessante Berichte von Leuten, die dadurch angeblich schon ihre Phobien heilen konnte, aber das ist ein anderes Thema.)

Das gute an der Hofer'schen Traumanalyse ist die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten. Ich wage zu behaupten, dass es kaum einen Trübtraum gibt, dessen Ablauf durch die Traumanalyse nicht herleitbar ist oder dessen Ablauf dadurch nicht weitaus durchdachter und logischer erscheint.

Wer sich bei diesem Traum nicht angesprochen fühlt, der kann gerne seine eigenen und mysteriösten Träume etwas analysieren. Ob man es glaubt oder nicht, das hat sogar Konsequenzen auf das Wachleben. Ich ging einer dubiosen Traumreihe auf den Grund und kam zum Entschluss, dass ich eine Sache viel zu schnell und kompliziert anging, so dass keine Lösung möglich war. Wer immer noch nicht überzeugt ist, der kann sich eine klassische Traumdeutung in einem Esoterikforum durchlesen. :lol:

[1] = Es müssen nicht alle Punkte in einem Traum vorkommen. Es gibt Träume, wo man die Liste nur auf einen oder zwei Punkte beschränken reduzieren muss.[/quote]
[2] = Die Logik einer Traumstory, wie "realistisch" die Handlung und deren Konsequenzen sind. Je niedriger der Faktor, umso unrealistischer, demnach auch schwerer verständlich und schwerer zu deuten.
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